Ärzte Zeitung online, 06.08.2011

Nach Hygiene-Skandal: Klinikum Fulda hat neue Zentralsterilisation

FULDA (dpa). Ohne großes Aufsehen hat das Klinikum Fulda am 25. Juli seine neue Zentralsterilisation in Betrieb genommen. Vorausgegangen war ein Hygiene-Skandal um verunreinigtes OP-Besteck. Der Skandal kostet viel Geld: Das Klinikum rechnet mit Gesamtkosten von zehn Millionen Euro.

Nach Hygiene-Skandal: Klinikum Fulda hat neue Zentralsterilisation

Thomas Menzel (Bild: Klinikum Fulda).

© dpa

Die Zentralsterilisation werde seit dem 25. Juli genutzt, so der neue, seit drei Monaten amtierende Vorstandssprecher Thomas Menzel zur Nachrichtenagentur dpa.

Auf Anordnung der Gesundheitsbehörden darf das Krankenhaus die neuen Anlagen derzeit nur in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister betreiben. Die Firma Orgamed sei verantwortlich, sagte Menzel.

Zuvor durfte das Klinikum die Geräte noch selbst aufbereiten. Nach einer "Übergangsphase" wolle das Klinikum die Reinigung wieder übernehmen.

In der neuen Zentralsterilisation befänden sich nun "hochmoderne Anlagen nach allerneuestem Top-Standard", sagte Menzel. "Parallel führen wir Verfahren ein, die verhindern sollen, dass solche Fehler noch einmal passieren."

Eine neue Qualitätssicherungssoftware, die alles überwache, solle das Risiko mindern. Jedoch sei menschliches Fehlverhalten immer möglich. Dies solle durch die neue Organisation weiter minimiert werden.

In der alten Zentralsterilisation des Klinikums hatte es monatelang technische Probleme gegeben. Dadurch kam verunreinigtes OP-Besteck zum Einsatz. Im Januar war dann die Abteilung geschlossen worden.

Mit den Vorgängen beschäftigt sich noch die Staatsanwaltschaft Fulda.

Lesen Sie dazu auch:
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