Ärzte Zeitung online, 06.09.2011

Italien: Restaurantgäste mit Katzenleberegel infiziert

BERLIN (eb). In einem auch von Deutschen häufig besuchten Restaurant in Mittelitalien haben sich zwölf Gäste mit dem Katzenleberegel infiziert. Wer dort im Juli rohen Fisch gegessen hat, sollte sich an einen Arzt wenden, rät das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Italien: Gäste von Fischrestaurant mit Katzenleberegel infiziert

Schleie: Ein typischer Überträger für die Katzenleberegel.

© TheUmf / shutterstock

Betroffen sind Personen, die zwischen dem 20. und 30. Juli in dem Restaurant "Giggetto" im Dorf Gradoli rohe marinierte Schleie-Filets gegessen haben.

Das Dorf liegt 2,5 km vom Bolsena-See entfernt und damit etwa 90 km nördliche von Rom. Die Zoonose ist in den Seen Mittelitaliens endemisch. In den vergangenen Jahren kam es dort wiederholt zu Ausbrüchen.

Bei dem aktuellen Ausbruch sind bisher zwölf Personen infiziert, es gibt 40 weitere Verdachtsfälle (Epi Bull 2011; 35: 334).

Die Infektion kann ohne Beschwerden verlaufen, oder es kommt zu unspezifischen Symptomen wie Fieber, Bauch-, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schwächegefühl oder Durchfall.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Unbehandelt kann die Infektion zu Leber- und Gallenwegerkrankungen führen.

Der Katzenleberegel (Opisthorchis felineus) befällt fischfressende Säugetiere und ist besonders in Russland und Osteuropa in stehenden und langsam fließenden Gewässern anzutreffen.

Auch in Deutschland besteht in Ost-Brandenburg Infektionsgefahr. Die Larven des Egels (Metacercarien) kapseln sich in Bindegewebe, Haut und Muskeln von Fischen ein und werden durch Pökeln, Marinieren, Trocknen oder auch Kühlschranktemperaturen nicht sicher abgetötet. In Risikoregionen sollten daher nur gut durchgegarte Fische verzehrt werden.

Werden befallene Fische gegessen, dann wandern die Metacercarien über den Zwölffingerdarm durch den Ductus cholchedochus in Leber-, Gallen- und Pankreasgänge.

Die Gallengänge werden verdickt, es kommt zu Einlagerung von Bindegewebe im Bereich der Pfortader. Entzündungen, Gallensteine und Gelbsucht können die Folgen sein. Der Parasitenbefall erhöht auch das Risiko für Gallengangskrebs.

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