Ärzte Zeitung online, 03.10.2011

Medizin-Nobelpreis für Beschreibung des menschlichen Immunsystems

STOCKHOLM (dpa). Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Bruce Beutler (USA), Jules Hoffmann (geboren in Luxemburg) und Ralph Steinman (Kanada).

Beutler und Hoffmann erhalten die Auszeichnung für die Entdeckung der angeborenen Immunität, sie bekommen die Hälfte des Preisgelds. Steinman wird für die Entdeckung der dendritischen Zellen ausgezeichnet, die das Immunsystem aktivieren.

Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Im vergangenen Jahr war der Brite Robert Edwards mit dem Preis ausgezeichnet worden. Er hatte ihn für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung erhalten.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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[03.10.2011, 13:19:00]
Dr. Ralf Schrader 
Was ist Medizin?
Da stellt sich mir wieder die Frage, was Medizin ist? Wieso wird der Nobelpreis für Medizin jahraus, jahrein an biologisches und/ oder technisches Vorfeld von Medizin vergeben, nie aber an eine tatsächliche medizinische Leistung, resp. die diese tragende Person?
Inzwischen befinden Gerichte darüber, was eine Krankheit ist und was nicht. Die Krankenkassen definieren, was Diagnostik und Therapie sind und die Politik fordert nicht nur wirksames, sondern auch wirtschaftliches und wissenschaftliches Handeln.
Dabei haben wir gar keine medizinische Wissenschaft, zumindest reicht es nie für einen Nobelpreis.
Tatsächlich hat die Medizin in den letzten 35 Jahren jegliche disziplinbildende, deren Status in der Gesellschaft formende Initiative abgegeben, jegliche wissenschaftliche Grundlagenforschung eingestellt. Wenn das so bleiben soll, dann sollten wir auch darum bitten, die Vergabe eines Nobelpreises für Medizin einzustellen oder wenigstens bis zur Etablierung einer wissenschaftlichen Medizin zu sistieren. zum Beitrag »

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