Ärzte Zeitung, 15.12.2011

Kommentar

Heimatbesuch mit Malaria-Risiko

Von Wolfgang Geissel

Familien mit Migrationshintergrund haben bei Aufenthalten in der ehemaligen Heimat oft ein hohes Risiko für Infektionen. Sie wohnen meist in Privatunterkünften und haben engen Kontakt zur Bevölkerung.

Weil sie die gesundheitlichen Risiken zu kennen glauben, lassen sie sich nur selten vor einer Reise beraten. Eine gesundheitliche Vorbereitung ist ihnen aber dringend ans Herz zu legen.

Wer zum Beispiel aus einer Malariaregion stammt und sich daran gewöhnt hatte, nur noch leicht an der Infektion zu erkranken, kann nach Jahren der Abwesenheit sein blaues Wunder erleben.

Da die Teilimmunität gegen die Krankheit inzwischen verschwunden ist, sind schwere lebensbedrohliche Verläufe bei Migranten keine Seltenheit. Eine wirksame Prophylaxe ist für sie und besonders auch für ihre Kinder sehr wichtig.

Auf Migrantenfamilien ist daher in der Praxis besonders zu achten. Bei Reisplänen ist der Impfschutz zu überprüfen und zu vervollständigen sowie gegebenenfalls die Malariaprophylaxe mit Mückenschutz anzusprechen und eine Chemoprävention zu verordnen.

Reisende Familien sollten auch zum Umgang mit Tieren angesprochen werden: Kinder werden häufig gebissen, und vielerorts besteht ein Tollwutrisiko.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Vielen Kindern fehlt eine Malaria-Prophylaxe

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »