Ärzte Zeitung, 03.04.2012

Das ist für Türkei-Urlauber wichtig

Wer in der Türkei Urlaub machen möchte, sollte einiges beachten, rät das Centrum für Reisemedizin - und gibt wertvolle Tipps.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Türkeireisende benötigen vielfältigen Infektionsschutz

Im Jahr 2010 reisten nach Angaben des Statistischen Bundesamts über vier Millionen Menschen von Deutschland aus in die Türkei.

Oft sind die Gesundheitsgefahren, die in der Türkei drohen, bei Reisenden wenig präsent. So wurden im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch des Robert Koch-Instituts allein 13 verschiedene, oral übertragene Krankheiten aufgeführt, die im Jahr 2010 aus der Türkei nach Deutschland importiert wurden.

Hierzu zählten Hepatitis A und E, Typhus, Paratyphus, Brucellose, Echinokokkose, Shigellen-Ruhr sowie diverse weitere Darminfektionen.

Neben Maßnahmen der Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene ist Türkeiurlaubern deshalb dringend eine Hepatitis A-Impfung anzuraten, bei einfachen Reisebedingungen oder möglichen Hygienemängeln auch eine Impfung gegen Typhus.

Da es in den letzten Jahren unter Türkeitouristen wiederholt zu Todesfällen durch mit Methanol versetzte Spirituosen gekommen ist, sollten Ärzte auch vor dem Genuss von Alkoholika unklarer Herkunft warnen.

Vorsicht vor Tollwut und West-Nil-Fieber

Tollwut ist in der Türkei endemisch. Reisende sollten sich deshalb besonders von streunenden Hunden fernhalten.

Bei Abenteuer- und Rucksackreisen ist eine präexpositionelle Tollwutimpfung empfehlenswert. Nach verdächtigen Tierkontakten oder Tierbissen sollten Urlauber sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben!

Auch insekten- und zeckenübertragene Krankheiten treten in der Türkei auf. So besteht im Südosten des Landes in der Grenzregion zu Syrien und dem Irak ein geringes bis mittelgradiges Risiko für Malaria tertiana.

In den Touristenzentren im Süden und Südwesten der Türkei ist die Gefahr einer Infektion mit Malaria allerdings sehr gering.

Weitere durch Arthropoden übertragene Infektionen, die in der Türkei vorkommen können, sind das West-Nil-Fieber, das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber sowie die sogenannte Aleppo-Beule (kutane Leishmaniase).

Im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung sollten Ärzte ihre Patienten deshalb auch auf die Bedeutung und die Möglichkeiten des Mücken- und Zeckenschutzes hinweisen.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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