Ärzte Zeitung, 28.10.2012

Serratia-Infektionen

Charité und Herzzentrum müssen zahlen

Geldstrafen für die Berliner Charité und das Deutsche Herzzentrum: Weil sie zu spät die Serratia-Infektionen gemeldet haben, müssen die beiden Kliniken mit Bußgeldern rechnen.

Charité und Herzzentrum müssen zahlen

Charité-Vorstandschef Professor Karl Max Einhäupl wies die Kritik zurück: Die Charité habe im Umgang mit dem Ausbruch der Keime auf dem Campus Virchow keine Fehler gemacht.

© Wolfgang Kumm / dpa

BERLIN (dpa/eb). Nach dem Tod eines Säuglings im Herzzentrum der Berliner Charité Anfang Oktober will der Bezirk Mitte nun auch frühere Sterbefälle unter die Lupe nehmen.

Es solle untersucht werden, ob diese Todesfälle in Verbindung mit den Darmkeim-Infektionen an der Uniklinik stehen, sagte Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) dem "Tagesspiegel".

Die Charité selbst verfolge eine Spur zur Herkunft der Serratia bei den 22 betroffenen Früh- und Neugeborenen, berichtete die Zeitung.

Zu spät gemeldet

Sowohl das Deutsche Herzzentrum als auch das Universitätsklinikum Charité hätten die Infektionen zu spät gemeldet.

"Das ist ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz", sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes Berlin-Mitte, Anke Elvers-Schreiber, am Freitag.

Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) kündigte Bußgelder gegen beide Kliniken an. Es gehe um schutzbedürftige Babys.

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass nicht nur an der Charité, sondern auch am benachbarten Herzzentrum Darmkeim-Infektionen ausgebrochen waren.

Die Keime wurden dort laut Bezirksamt bereits Mitte September nachgewiesen, jedoch erst in dieser Woche dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Auch die Charité habe zu spät reagiert.

Einhäupl weist Vorwürfe zurück

Der Vorstandsvorsitzende der Charité, Professor Karl Max Einhäupl, wies unterdessen in der Berliner "Morgenpost" Kritik zurück, die Charité habe im Umgang mit dem Ausbruch der Keime auf dem Campus Virchow Fehler gemacht.

"In der Charité ist kein Kind an Serratien-Infektionen zu Schaden gekommen", so Einhäupl in der "Morgenpost".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum Welt-Diabetestag am 14. November zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »