Ärzte Zeitung, 01.11.2012

Hämorrhagisches Fieber

Neues Virus aus dem Kongo

Hämorrhagisches Fieber durch neues Virus im Kongo

Im Kongo wurde vor drei Jahren ein neues Virus entdeckt, dass hämorrhagisches Fieber auslöst. Jetzt wurden neue Daten darüber publiziert.

Von Silke Engels und Privatdozent Tomas Jelinek

Im Jahr 2009 erkrankten im Kongo mehrere Menschen an hämorrhagischem Fieber, hervorgerufen durch ein bis dahin unbekanntes Virus.

Das neue Virus wurde nach der Fundregion als Bas-Congo-Virus (BASV) bezeichnet und konnte der Familie der Rhabdoviridae zugeordnet werden.

Die 13, 15 und 32 Jahre alten Betroffenen erkrankten in Mangala, etwa 30 km nordwestlich von Kinshasa im Niederkongo, an dem neuartigen hämorrhagischen Fieber. Die Symptome wie hohes Fieber, blutiger Durchfall und blutiges Erbrechen traten plötzlich auf.

Die Teenager starben bereits nach drei, beziehungsweise zwei Tagen. Der dritte Betroffene, ein Krankenpfleger, hatte die beiden Jugendlichen zuvor versorgt. Sein Blut wurde analysiert, in dem sich das Bas-Congo-Virus fand.

Er erhielt Antibiotika und Bluttransfusionen und überlebte die Erkrankung. Das Blut wies nach der Genesung einen hohen Antikörpertiter gegen BASV auf.

Bei einem weiteren Pfleger, der den Überlebenden versorgt hatte, jedoch selbst nicht erkrankte, fand sich ebenfalls ein hoher Antikörpertiter.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hatte nach dem Bekanntwerden dieses neuartigen Fiebers mit der genetischen Analyse des vorhandenen Serum-Materials begonnen. Die Testergebnisse zeigten einen negativen Befund für alle bis dahin bekannten Virus-Typen, die hämorrhagische Fieber verursachen.

Anhand von modernen Sequenziermethoden konnte das Genom rekonstruiert werden und eine Zuordnung zur Familie der Rhabdoviridae erfolgen. Dies überraschte insofern, als Rhabdoviren bislang nicht dafür bekannt waren, hämorrhagisches Fieber hervorzurufen. Der wichtigste Vertreter der Rhabdoviridae ist der Erreger der Tollwut.

Die epidemiologische Bedeutung des neu nachgewiesenen Virus ist zunächst noch unklar. Die Ergebnisse des Wissenschaftlerteams wurden in der Zeitschrift "PLOS Pathogens" publiziert (2012, online 27. September).

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