Kongress, 09.04.2013
 

Folgen des Klimawandels

Mehr Dengue für Europa

Durch den globalen Temperaturanstieg steigt die Inzidenz von Tropenkrankheiten auch in den bisher gemäßigten Klimazonen. Autochthone, also nicht-eingeschleppte Infektionen mit Dengue-Fieber sind seit 2010 etwa in Südfrankreich, Griechenland, Kroatien und Portugal aufgetreten, wie Privatdozent Werner Bär, Mikrobiologe vom Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus berichtet.

Einflussfaktoren dafür seien außer steigende Umgebungstemperaturen und Niederschläge etwa Migration, Tourismus und der globale Warenverkehr.

Der Überträger von Dengue-Fieber, die Mücke Aedes aegypti muss in einer bestimmten temperaturabhängigen Dichte vorkommen, damit eine Übertragung wahrscheinlich wird.

Mücken freuen sich über im Freien gelagerte Autoreifen

Warm genug dafür ist es derzeit in Athen 21 Wochen pro Jahr , in Rom 16 Wochen und in Belgrad 11 Wochen. Bei einer Temperaturerhöhung um vier Grad Celsius wären es in Athen 28 (plus 7), in Rom 24 (plus 8) und in Belgrad 20 Wochen (plus 9), so Bär.

Ein interessanter Faktor für die Verbreitung von Dengue-Fieber sei erstaunlicherweise der weltweite Transport von alten Autoreifen.

Da sich bei Regen in haufenweise im Freien gelagerten Reifen Pfützen bilden und, weil sich schwarze Materialien durch Sonneneinstrahlung besonders stark aufheizen, entstehe so in den Reifen ein ideales Klima für die Aedes-Mücken, sagt Bär. Die Mücken werden dann mit in das Zielland transportiert. (skh)

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