Ärzte Zeitung, 23.04.2013

Forschungserfolg

Bald Impfungen gegen Infektionen?

Ein internationales Forscherteam hat einen Mechanismus entschlüsselt, der eine therapeutische Impfung gegen chronische Infektionen möglich macht.

BONN. Durch konventionelle Impf-Verfahren wird das immunologische Gedächtnis in lymphatischen Organen wie Milz und Lymphknoten verstärkt, wodurch es vor allem zu einer Vermehrung von T-Zellen kommt, die Erreger wiedererkennen und abtöten können - aber nur wenn dieser Erreger nicht bereits eine chronische Infektion etabliert hat.

Dagegen ermöglicht ein neuer von einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Federführung der Universität Bonn und der TU München entdeckter Weg eine bisher nicht geahnte starke Proliferation der T-Zellen, die dann auch bereits lange bestehende chronische Infektionen eliminieren können. Das teilt die Universität Bonn mit

Das Forscherteam hat die Leber als Ort entdeckt, in dem sich die ursprünglich im Lymphknoten aktivierten T-Zellen rasant vermehren können (Nature Immunology 2013, online 14. April).

"In vielen kleinen kokon-artigen Räumen in der Leber, die von einer besonderen Population von Immunzellen gebildet werden, werden binnen kürzester Zeit aus einer T-Zelle rund 100 weitere Zellen produziert", wird Professor Percy Knolle, Direktor des Instituts für Molekulare Medizin der Universität Bonn, in der Mitteilung zitiert.

Diese außergewöhnliche Vermehrung der T-Zellen in der Leber ist die Basis für die Effizienz der therapeutischen Impf-Strategie.

"Wir haben hier ein immunologisches Grundprinzip gefunden, dass sich auf verschiedene Anwendungsgebiete übertragen lässt", so Knolle. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »