Ärzte Zeitung, 18.12.2015
 

Internistenkongress 2016

Migranten beim Arzt

WIESBADEN/MANHEIM. Um Niedergelassene Ärzte, Allgemeinmediziner und Internisten für die Betreuung kranker Migranten fit zu machen, wird das Thema Migrationsmedizin beim 122. Internistenkongress vom 9. bis 12. April 2016 in Mannheim ein Schwerpunkt im Kongressprogramm sein.

Es zeichne sich bereits jetzt ab, dass Ärzten in Deutschland künftig wieder Krankheiten begegnen, die in Deutschland selten oder gar nicht mehr vorkommen, wird Professor Gerd Hasenfuß von der Universität Göttingen, Vorsitzender der DGIM und Kongresspräsident des 122. Internistenkongresses, in einer Mitteilung der DGIM zitiert.

Zudem würden Mediziner in Klinik und Praxis mit Erkrankungen konfrontiert sein, die sie allenfalls aus dem Lehrbuch kennen.

Meldungen des Robert Koch-Instituts wiesen auf das Problem von Infektionserkrankungen wie Tuberkulose, Diphtherie oder Meningitis bei Menschen mit Migrationshintergrund hin, so die DGIM.

Falsch wäre es jedoch, sich allein auf Infektionskrankheiten zu konzentrieren. Oft bestehe keine Ansteckungsgefahr, aber die Patienten bräuchten dennoch schnell spezialisierte Hilfe - etwa Patienten mit Sichelzellkrankheit.

Diese tritt ja verstärkt auf dem afrikanischen Kontinent auf und kann bei Säuglingen und Kindern, sofern sie nicht erkannt wird, bereits in jungen Jahren zum Tode führen. (eb)

Infos zum Internistenkongress 2016: www.dgim2016.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Fettsäurehypothese bei MS erhält neue Nahrung

Ist eine ungesunde Ernährung einer der Gründe, weshalb manche Menschen an MS erkranken? Es mehren sich jedenfalls Hinweise für einen entscheidenden Einfluss auf die Darmflora. mehr »

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »