Ärzte Zeitung, 25.02.2016

Zika-Virus

Übertragung durch Sex? US-Behörden untersuchen 14 neue Verdachtsfälle

NEU-ISENBURG. Von 14 neuen Zika-Verdachtsfällen, bei denen das Virus möglicherweise durch Sex übertragen wurde, berichtet die amerikanische Behörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC). Unter den Infizierten seien auch schwangere Frauen. In zwei Fällen hätten Labortests eine Infektion mit dem Zika-Virus bereits nachgewiesen.

Als Übertragungsweg kommt dabei nur die sexuelle Übertragung des Virus infrage, so die CDC. Der Nachweis des Zika-Virus bei den Sexualpartnern steht in den beiden Fällen noch aus.

In vier weiteren Fällen seien bei den Frauen in Vortests bereits Antikörper gegen das Virus nachgewiesen worden, in den acht übrigen Fällen hätten die Sexualpartner der Frauen nach Rückkehr aus Zika-Gebieten über Symptome geklagt - und zwei Wochen später schließlich auch die Frauen. Auch hier gebe es bisher noch keinen Nachweis des Virus.

Sollten sich allerdings auch diese Verdachtsfälle als tatsächliche Infektionen herausstellen, sei eine sexuelle Übertragung häufiger als bisher vermutet. In den Vereinigten Staaten hat es bis dato nur 82 Fälle von Zika-Infektionen bei Reiserückkehrern aus Endemiegebieten gegeben.

Die Behörde erklärt in ihrer Mitteilung, es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass auch Frauen das Virus sexuell übertragen könnten, weitere Forschung sei allerdings nötig. Sie verwies nochmals auf ihre Empfehlungen: Reiserückkehrer mit schwangeren Partnerinnen sollten beim Sex in jedem Fall Kondome verwenden. (bae)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »