Ärzte Zeitung, 21.06.2016

WHO

Neue Strategie gegen Zika

GENF. Bei der Bekämpfung des Zika-Virus setzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig stärker auf vorbeugende Aktionen gegen eine Ansteckung insbesondere von Frauen und Mädchen. Eine entsprechend revidierte Anti-Zika-Strategie wurde am Freitag von der WHO und der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) vorgestellt.

So sollten etwa Schwangere, ihre Partner und Familien besser darüber aufgeklärt werden, wie sie sich vor einer Zika-Infektion schützen könnten. Zudem solle es auch eine auf das jeweilige Land abgestimmte Sexualberatung und Gesundheitserziehung geben.

Chan: "Einheitliche und gemeinsame Strategie" erforderlich

Seit der Verabschiedung des ersten Anti-Zika-Programms habe man neue Erkenntnisse über das Virus, dessen Verbreitung sowie mögliche Folgen einer Infektion gewonnen, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. "Die Reaktion erfordert eine einheitliche und gemeinsame Strategie, bei der die Unterstützung für Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter das Herzstück sein muss."

Das Programm umfasst auch den Umgang mit Komplikationen. Darunter zählen die Schädelfehlbildung von Neugeborenen, wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert hat, und das Guillain-Barré-Syndrom, eine Erkrankung des Nervensystems.

Für die Umsetzung der neuen Strategie in den nächsten 18 Monaten seien zusätzlich rund 122 Millionen Dollar (108,6 Millionen Euro) erforderlich, erklärte die WHO. Das Virus grassiert derzeit in rund 60 Ländern. Zur den WHO-Schwerpunkten der Bekämpfung gehört die intensivere Forschung nach einem Impfstoff, die Entwicklung spezieller Behandlungsmethoden sowie von Schnell-Tests zur Diagnose. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stress stört die Knochenheilung

Chronischer psychosozialer Stress behindert die Heilung von Frakturen, wie Forscher herausgefunden haben. Sie haben auch einen potenziellen Therapieansatz gefunden. mehr »

57 Städte überschreiten Grenzwert

In vielen deutschen Städten sanken 2018 die Stickoxid-Werte, in manchen stiegen sie: Wir zeigen die Werte für jede Messstation des Umweltbundesamts. mehr »

Der tiefe Fall der Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe haben in der Diabetes-Therapie über viele Jahre einen Aufstieg sondersgleichen erlebt. Doch der Primus entwickelte sich zum Auslaufmodell. Warum, das erläutert Professor Hellmut Mehnert in seiner Kolumne. mehr »