Ärzte Zeitung, 06.09.2016
 

Indien und Myanmar

Erhöhtes Risiko für Japanische Enzephalitis

In ländlichen Regionen von Indien und Myanmar häufen sich Fälle von Japanischer Enzephalitis.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

Die Japanische Enzephalitis ist in weiten Teilen Asiens sowie an der Nordspitze Australiens verbreitet. In den tropischen und subtropischen Regionen besteht dabei ein ganzjähriges Infektionsrisiko, das während der Regenzeit erhöht ist. In der gemäßigten Klimazone treten Erkrankungen hauptsächlich während der warmen Jahreszeit auf. In Indien kam es von Jahresbeginn bis Mitte August zu 360 Krankheits- und 78 Todesfällen, berichtet die International Society for Infectious Diseases. Auch in Myanmar wurden in diesem Jahr bereits 173 bestätigte Fälle gemeldet, 19 Menschen sind an der Erkrankung gestorben, berichtet der Nachrichtendienst ReliefWeb.

Das Japanische-Enzephalitis-Virus wird von nachtaktiven Culex-Mücken auf den Menschen übertragen. Meist verläuft eine Infektion asymptomatisch oder als milde grippeartige Erkrankung. Selten manifestiert sich eine Enzephalitis mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Die Letalität bei Entwicklung einer Gehirnentzündung kann bis zu 30 Prozent betragen; von den Überlebenden behalten 30 bis 50 Prozent Spätfolgen wie Lähmungen oder Sprachstörungen zurück. Eine spezifische Therapie gibt es nicht.

Für Reisende, die sich in Endemie-Ländern in Städten aufhalten, besteht im Allgemeinen kein Infektionsrisiko. Die Überträgermücken sind auf dem Land in Feldern und Sümpfen beheimatet, als tierische Reservoire dienen vorwiegend Schweine und (Wasser-)Vögel. Touristen, die in ländlichen Regionen übernachten, sollten sich in jedem Fall vor den Überträgermücken schützen: mit heller, körperbedeckender Kleidung und Repellents. Auch ein Moskitonetz über dem Bett ist empfehlenswert. Zu erwägen ist zudem die Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Mehr Informationen zur Reisemedizin unter www.crm.de

Topics
Schlagworte
Infektionen (14531)
Reisemedizin (1719)
Organisationen
CRM (696)
Krankheiten
Kopfschmerzen (1589)
Personen
Tomas Jelinek (335)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »