Ärzte Zeitung, 03.02.2017

Nordrhein-Westfalen

70 Fälle von Masern im Jahr 2015 gemeldet

Infektionsbericht für 2015 meldet leichte Zunahme bei Masern, aber weniger Fälle von Mumps und Keuchhusten.

KÖLN. Dem Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) sind im Jahr 2015 rund 67.000 meldepflichtige Krankheiten und Erregernachweise übermittelt worden. Von ihnen erfüllten 63.000 die Referenzdefinition des Robert Koch-Instituts, die Erkrankungen waren also klinisch-labordiagnostisch bestätigt. Das war ein Anstieg um 14 Prozent. Das hat das LZG.NRW in seinem Infektionsbericht 2015 mitgeteilt.

Für die meldepflichtigen impfpräventablen Krankheiten Mumps, Keuchhusten und Windpocken meldet das Zentrum einen Rückgang. Dem LZG.NRW wurden 70 Fälle von Masern übermittelt, das entspricht einer Inzidenz von 0,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. 2014 waren in NRW 60 Masern-Fälle gemeldet worden, 2013 insgesamt 128.

"Ein klarer Trend ist für Masern nicht erkennbar, es ist aber davon auszugehen, dass die von der WHO angestrebte Inzidenz von weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner in naher Zukunft nicht erreicht wird." Besser sieht es bei Röteln aus. Hier wurden drei Fälle übermittelt, nach vier im Jahr zuvor. Das entspricht einer Inzidenz von 0,02 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. "Damit sind die Maßgaben der WHO in Bezug auf die Fallzahlen für Röteln erfüllt."

Nach Angaben des LZG.NRW fanden sich 2015 unter den zehn häufigsten namentlich meldepflichtigen Erkrankungen die viralen und bakteriellen gastrointestinalen Infektionen, Influenza, Windpocken und Keuchhusten sowie Nachweise von Methicillin-resistentem Staphylocossus aureus (MRSA) in Blut und Liquor, Tuberkulose und Hepatitis C. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete das Zentrum dabei bei den Norovirus-Erkrankungen. Bei MRSA gab es einen leichten Rückgang.(iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »