Ärzte Zeitung online, 04.10.2017

Befragung an Schulen

Jungs wissen weniger über Geschlechtskrankheiten als Mädchen

DRESDEN. Einen enormen Nachholbedarf an Wissen zum eigenen Körper haben Urologen in Nordrhein-Westfalen bei einer Befragung von 14- bis 15-jährigen Jugendlichen festgestellt.

Dr. Jennifer Kranz und ihre Kollegen vom St. Antonius Hospital in Eschweiler haben beim Urologen-Kongress in Dresden über eine Befragung von Jugendlichen in drei Gymnasien berichtet. Zu drei verschiedenen Zeitpunkten waren anatomisch-funktionelle Fragen rund um das Thema Jungengesundheit gestellt worden.

Dabei stellte sich heraus, dass Jungen zum Beispiel Probleme hatten, durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragbare Erkrankungen zu benennen. Mädchen dagegen konnten teilweise mehr als drei Geschlechtskrankheiten aufzählen. Auch anatomische und funktionelle Fragen seien von Jungen meistens falsch beantwortet worden, berichten Kranz und ihre Mitarbeiter. Nach Unterricht durch urologische Mitarbeiter war dann ein "deutlicher Erkenntnisgewinn" zu verzeichnen. Die Urologen sprechen sich dafür aus, eine Vorsorgeuntersuchung für Jungen und junge Männer zu etablieren.

Die deutschen Urologen setzen sich in Informationskampagnen schon seit einiger Zeit für eine verstärkte Vorsorge bei Jungen und jungen Männern ein. Dazu sind unter anderem eigene Internetauftritte wie Jungensprechstunde.de (Inhalte zusammengestellt von der DGU und dem Berufsverband der Deutschen Urologen) und Hodencheck.de (Initiative der DGU in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen) geschaltet worden. Die DGU befürwortet außerdem die Impfung von Jungen gegen humane Papillomaviren (HPV). (ner)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »