Ärzte Zeitung, 17.11.2017

Cytomegalievirus

Positives CHMP-Votum für Prevymis™

WUPPERTAL. Das Unternehmen AiCuris gibt bekannt, dass der Wirkstoff Prevymis™ (Letermovir) seines Lizenzpartners MSD vom CHMP-Ausschuss der EMA eine positive Empfehlung zur Marktzulassung zur Prävention einer Reaktivierung von Cytomegalovirus-(CMV)-Infektionen und -Erkrankungen bei erwachsenen, CMV-seropositiven Empfängern allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantationen (HSCT) in Europa erhalten hat.

Letermovir gehört zu einer neuen Klasse nicht-nukleosidischer CMV-Inhibitoren. MSD erwartet die Entscheidung der Europäischen Kommission innerhalb von etwa zwei Monaten.

In den US hat das Präparat bereits von der FDA (Food and Drug Administration) die entsprechende Zulassung als einmal täglich oral einzunehmende Tablette und als intravenöse Infusion erhalten.

CMV ist eine häufig auftretende und potentiell schwerwiegende Virusinfektion bei Empfängern von Stammzelltransplantationen. Bei CMV-seropositiven HSCT-Patienten besteht ein hohes Risiko einer Reaktivierung des Virus, wobei jede Form einer CMV-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit von Stammzelltransplantations-Patienten in Verbindung gebracht wird, wie AiCuris mitteilt. Bisher verfügbare antivirale Arzneimittel zur CMV-Prophylaxe bei HSCT-Empfängern würden allerdings im Verdacht stehen, zu Nebenwirkungen wie Myelosuppression und Nierentoxizität zu führen.

Prevymis™ wurde von AiCuris bis zum Ende der Phase 2 entwickelt wurde, bevor er als antiviraler Wirkstoff im Jahr 2012 an das Unternehmen MSD auslizenziert wurde. Neben Letermovir arbeitet AiCuris nach eigenen Angaben noch an weiteren Projekten in der klinischen Entwicklung, so etwa Pritelivir, einem innovativen Wirkstoff zur Behandlung von Herpes-Simplex-Infektionen und einem resistenzbrechenden Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen mit Gram-negativen Bakterien. (eb)

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