Ärzte Zeitung online, 12.09.2018

Erster Fall seit Ausbruch 2015

Fall von MERS-CoV in Südkorea

Ein Geschäftsreisender ist in Südkorea an MERS-CoV erkrankt. Gefahr für Touristen besteht aber wohl nicht.

DÜSSELDORF. Südkorea meldet den ersten an Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus (MERS-CoV) erkrankten Patienten seit dem Ausbruch im Jahr 2015, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin.

Der 61-jährige südkoreanische Geschäftsreisende hatte sich von Mitte August bis Anfang September in Kuwait aufgehalten und war via Dubai nach Südkorea zurückgekehrt. Vom Flughafen in Seoul aus begab er sich aufgrund von Durchfall, den er bereits in Kuwait gehabt hatte, sowie Symptomen einer Pneumonie direkt ins Krankenhaus. Dort diagnostizierten die Ärzte die Infektion mit MERS-CoV und verlegten den Patienten auf eine Isolationsstation. Derzeit zeige er keine kritischen Symptome wie Kurzatmigkeit und Blutdruckabfall, stehe aber unter Beobachtung, da nach etwa ein bis zwei Wochen erfahrungsgemäß eine Verschlechterung eintreten könne.

Das Koreanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention habe gemeldet, dass sich die wenigen Menschen, die zu dem Erkrankten engeren Kontakt hatten – wie Flugbegleiter und medizinisches Personal – derzeit zuhause in Quarantäne aufhalten, so Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM in der Mitteilung des Centrums.

Zudem würden alle Flüge aus Ländern des Nahen Osten gegenwärtig als Vorsichtsmaßnahme unter Quarantäne gestellt, weil man davon ausgehe, dass der Erkrankte sich in Kuwait infiziert habe. "Die Verantwortlichen in Südkorea haben alle Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern und einen Ausbruch wie im Jahr 2015 zu vermeiden", so Jelinek. Damals erkrankten 185 Menschen an MERS-CoV, 38 starben. "Vor dem Hintergrund der umgesetzten Maßnahmen schätzen wir eine Übertragung auf Touristen und Geschäftsreisende in Südkorea als äußerst unwahrscheinlich ein", betont der Reisemediziner.

Das CRM rät Reisenden dennoch, sich vor Abreise und im Land selbst zum aktuellen Stand zu informieren. Eine Reisewarnung der Weltgesundheitsorganisation liege derzeit nicht vor.

Eine Infektion mit MERS-CoV zeigt sich meist in Form einer Pneumonie. Häufige Symptome sind Fieber, Husten und Schwierigkeiten beim Atmen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt drei bis 12 Tage, meistens erkranken die Patienten aber in weniger als sieben Tagen. (eb)

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