Ärzte Zeitung, 03.12.2007

Standardisiertes Myrtol bessert rasch akute Bronchitis

Studie mit 676 Teilnehmern / Hohe Heilungsrate

HAMBURG (stü). Für die Behandlung bei akuter Bronchitis hat sich Myrtol standardisiert bewährt. "Bei einer Großzahl der Patienten führt GeloMyrtol® zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome," sagt Professor Rainer Hauck vom Kreiskrankenhaus in Bad Reichenhall.

Hauck bezieht sich dabei auf eine 2000 veröffentlichte Studie mit 676 Teilnehmern. Geprüft worden war, wie viele Patienten innerhalb einer Woche auf vier unterschiedliche Therapien ansprachen. Als Ansprechen galt, wenn der behandelnde Arzt nach der klinischen Untersuchung und Befragung des Patienten festgestellt hatte, dass sich die Symptome reduziert hatten.

Alle drei für die Studie gewählten Verum-Therapien brachten dabei signifikant bessere Ergebnisse als Placebo, mit deutlichen Vorteilen für die standardisierte Myrtol-Zubereitung. Auf Myrtol hatten innerhalb von einer Woche 95 Prozent der Patienten angesprochen, wie Hauck bei einer Veranstaltung von Pohl Boskamp in Hamburg berichtet hat.

Drei Therapien wurden gegen Placebo getestet.

In der randomisierten doppelblinden Studie wurden Patienten mit akuter Bronchitis zwei Wochen lang mit täglich viermal 300 mg Myrtol, zweimal 250 mg Cefuroxim, zwei- bis dreimal 30 mg Ambroxol oder mit Placebo behandelt. Aufgenommen wurden Patienten, deren Bronchitis seit höchstens fünf Tagen bestand, die mindestens viermal pro Nacht aufgrund des Hustens aufwachten und die eine Einsekundenkapazität (FEV1) unter 75 Prozent des Sollwertes hatten.

Eine neue Auswertung der Studiendaten hat nun ergeben, dass innerhalb von vier Wochen nach Studienbeginn und damit innerhalb von zwei Wochen nach Behandlungsende alle Patienten unter Myrtol-Therapie vollständig genesen waren. Mit den anderen Therapieoptionen hatten einige Patienten nach vier Wochen noch auffällige Auskultationsbefunde. Myrtol sei somit eine sehr wirksame Therapieoption für Patienten mit akuter Bronchitis, so Hauck.

Hauck ermunterte seine Kollegen, die FEV1 häufiger vorsorglich zu messen, um mögliche Atemwegserkrankungen rechtzeitig zu erkennen und früh behandeln zu können. Und: Bei akuter Bronchitis sei eine konsequente Behandlung unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis zu verhindern. "Die Lunge ist gnädig; kleinere Verschlechterungen sind nicht spürbar," so Hauck. "Viele Patienten wissen ihren Cholesterin- und Blutdruckwert sowie ihre Herzfrequenz, aber kaum einer seinen FEV1-Wert."

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