Ärzte Zeitung online, 30.09.2013

Kommentar

Heiße Luft beim Husten

Von Elke Oberhofer

Die Verordnung eines Antibiotikums bei akuter viraler Bronchitis ist ein häufiger Fehler in der Praxis", heißt es in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP).

Wir haben mittlerweile gelernt, dass die Symptome einer akuten Bronchitis unter Antibiotika nur um einen halben Tag schneller verschwinden als unter Placebo. Dass selbst gelber oder gar grüner Auswurf kein Beweis für ein bakterielles Geschehen ist.

Die möglichen Schäden einer Antibiotikatherapie sind uns bewusst.

Sicher ist es sinnvoll, Antibiotika einzusparen, wer bestreitet das? Aber wie kann man sicher sein, dass der Patient, der sich seit einer Woche mit schwerem Husten quält, wirklich nur einen unkomplizierten Virusinfekt hat?

Die DGP dazu: "Jede weitere Diagnostik bei diesen Patienten (mit akuter Bronchitis) ist unnötig, kann zu Komplikationen führen und belastet das Gesundheitssystem mit unnötigen Kosten."

In einer aktuellen Studie waren Ärzte bei fast der Hälfte ihrer Patienten mit akutem Husten bei der Diagnose unsicher. Immerhin 8 Prozent der Fälle stellten sich als Lungenentzündung heraus.

Im Dezember soll eine neue Hustenleitlinie der DEGAM herauskommen. Wir erwarten sie mit Spannung.

Lesen Sie dazu auch:
Antibiotika geben oder nicht?: Hinter Husten steckt oft mehr

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[30.09.2013, 10:17:39]
Dr. Halil Alsael 
Procalcitonin
Bei Virus- oder Autoimmunerkrankungen hingegen steigtdas Procalcitonin nicht oder nur marginal an. Durch dieses Verhalten leistet das Procalcitonin wertvolle Dienste hinsichtlich der Diskriminierung von bakteriellen und viralen Entzündungen.
Es muss festgelegt werden, dass die Procalcitonin-Bestimmung eine Voraussetzung für Antibiotika-Verschreiben zu mindest in Ambulanz-Bereich sein soll.  zum Beitrag »

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