Ärzte Zeitung online, 27.12.2013
 

Coronavirus

Zahl der MERS-Opfer steigt

Ein Virus breitet sich weiter aus: Der MERS-Coronavirus fordert in Saudi-Arabien ein weiteres Todesopfer. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt.

Zahl der MERS-Opfer steigt

MERS-CoV unter dem Elektronenmikroskop.

© Maureen Metcalfe; Azaibi Tamin / CDC

RIAD. In Saudi-Arabien steigt die Zahl der Todesfälle wegen des neuen MERS-Coronavirus weiter. Ein 73-Jähriger sei in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt Riad an den Folgen der Infektion gestorben, teilte das saudische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der Mann habe allerdings an chronischen Vorerkrankungen gelitten.

Mit dem neuerlichen Fall steigt die Zahl der Todesfälle in dem Königreich auf 57. Saudi-Arabien ist von dem "Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus" am schwersten betroffen. Bislang zählen die staatlichen Behörden 141 Erkrankungsfälle.

Allein in den vergangenen Tagen sind vier neue Fälle hinzugekommen. Ein 57 Jahre alter Mann, der an chronischen Vorerkrankungen leidet, wird derzeit intensivmedizinisch versorgt.

Außerdem sind den Angaben zufolge drei Ärzte erkrankt, darunter ein 27-jähriger Einheimischer und zwei ausländische Mediziner (eine 43-jährige Frau und ein 35 Jahre alter Mann).

Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnet seit dem Ausbruch des MERS-CoV im September vergangenen Jahres 166 laborbestätigte Fälle, darunter 71 Todesfälle. Das ergibt eine Letalität von 42,8 Prozent, wobei nicht wenige der Gestorbenen zuvor bereits an anderen Erkrankungen litten.

Hauptsächlich von der Epidemie betroffen sind die Staaten des Nahen Ostens. Bestätigte Fälle gab es laut WHO bislang in Saudi-Arabien, Jordanien, Kuwait, Katar, im Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Tunesien, aber auch in Frankreich und Großbritannien.

Experten vermuten, dass Kamele oder Dromedare Überträger der neuen Viren sein könnten. Das MERS-CoV ist ein enger Verwandter des SARS-Coronavirus. Bei der Pandemie in den Jahren 2002 und 2003 waren fast 9000 Menschen erkrankt und über 800 an den Folgen der Infektion gestorben. (nös)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »