Ärzte Zeitung, 09.02.2011

Kommentar

Knaben impfen lohnt sich doppelt

Von Ingrid Kreutz

Wäre wie in den USA auch in Deutschland ein HPV-Impfstoff für Männer zugelassen, gäbe es jetzt gleich zwei Gründe, diese Impfung nicht nur Frauen, sondern auch Männern ans Herz zu legen. Ein kräftiges Argument, das bereits seit längerem in die Waagschale geworfen wird, ist, dass geimpfte Männer gleichzeitig Frauen vor einer Ansteckung mit humanen Papillomaviren beim Geschlechtsverkehr schützen.

Treten doch gut drei Viertel aller HPV-assoziierten Krebserkrankungen bei Frauen auf. Der tetravalente HPV-Impfstoff schützt jedoch auch die Männer selbst wirksam vor HPV-assoziierten Krebsvorstufen, etwa am Penis oder in der Analregion, sowie auch vor Genitalwarzen. Das hat jetzt eine große prospektive Studie ergeben.

Die aktuellen Daten machen aber noch etwas deutlich: Der stärkste Schutz vor Warzen und Krebsvorstufen wird mit der HPV-Impfung - ähnlich wie bei Frauen - dann erzielt, wenn noch keine HPV-Infektion vorliegt, das heißt wenn vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird.

In diesem Idealfall wird ein Schutzeffekt von bis zu 100 Prozent erreicht. Das beste wäre somit - ähnlich wie bei den Mädchen - Knaben etwa in der Jugendsprechstunde zur Impfung zu motivieren.

Lesen Sie dazu auch:
HPV-Impfung schützt auch Männer vor Krebsvorstufen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »