Ärzte Zeitung App, 28.08.2014

Bei Kindern

Geschlechtskrankheiten deuten auf sexuellen Missbrauch hin

KIEL. Sexuell übertragbare Erkrankungen (STD) bei Kindern sollten stets den Verdacht auf sexuellen Missbrauch lenken. Ausgenommen einer vertikalen Transmission von der Mutter aufs Kind werden STD wie Gonorrhö, Chlamydien und Syphilis fast immer sexuell übertragen.

Laut US-amerikanischen Schätzungen erkranken 3-5 Prozent, laut Zahlen aus den Niederlanden < 1-2 Prozent der sexuell missbrauchten präpubertären Kinder an STD, berichtete Dr. Arnold Oranje aus Rotterdam, Niederlande, beim Kinderdermatologie-Kongress in Kiel.

Bei den meisten von ihnen finden sich keine Anzeichen physischer Gewalt. Am häufigsten führt ein Chlamydiennachweis auf die Spur eines Kindesmissbrauchs.

Das Risiko einer sexuellen Übertragung ist bei Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis und HIV am höchsten. Verdächtig sind auch anogenitale Warzen bei Kindern.

Rund ein Drittel der Betroffenen wurden sexuell missbraucht, sagte Oranje. Es handelt sich aber wie bei allen Kindern mit STD um sehr seltene Fälle: Weniger als 2 Prozent der sexuell missbrauchten Kinder bekommen anogenitale Warzen, weniger als 0,2 Prozent werden mit Syphilis infiziert. (rf)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[28.08.2014, 09:42:19]
Roland Dreyer 
Falscher Casus
"Ausgenommen" zieht den Akkusativ nach sich. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »