Ärzte Zeitung online, 21.05.2019

Reisemedizin

Rifttalfieber auf französischer Ferieninsel

Auf der Insel Mayotte im Indischen Ozean häufen sich Fälle von Rifttalfieber. Mückenschutz und Hygiene sind ratsam.

Von Dr. Sandra Witteck und Professor Tomas Jelinek

Seit November sind auf der französischen Insel Mayotte im indischen Ozean 114 Menschen an Rifttalfieber erkrankt, und zwar vorwiegend im Zentrum und im Nordwesten der Insel. Auch gab es Ausbrüche bei Tieren, berichtet die International Society for Infectious Diseases. Erstmals waren 2007 Menschen auf Mayotte an dem Fieber erkrankt, auch 2013 hatte es Infektionen gegeben, so das ECDC.

Das Rifttalvirus (Familie Phenuiviridae) ist in Subsahara-Afrika verbreitet, vor allem im Osten und Süden. Auch in Saudi-Arabien und im Jemen gab es in der Vergangenheit Infektionen. Stechmücken übertragen die Erreger primär auf Nutztiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen. Menschen können sich darüber hinaus durch Blut oder Ausscheidungen befallener Tiere infizieren, ebenso durch Verzehr kontaminierten Tierprodukte und durch infektiöse Aerosole. Besonders gefährdet sind Tierhalter, Hirten, Metzger und Tierärzte.

Die Symptome der Erkrankung sind unspezifisch wie Fieber, Kopfweh und Myalgien. Die Infektionen heilen meist nach einigen Tagen aus. In seltenen Fällen kann es zu hämorrhagischem Fieber, Enzephalitis oder Augenbeteiligung bis hin zur Erblindung kommen. Etwa ein Prozent der Menschen mit Rifttalfieber sterben, bei hämorrhagischem Verlauf sind es etwa 50 Prozent. Es wird symptomatisch behandelt, die Gabe von Ribavirin kann erwogen werden.

Eine Impfung gibt es nicht. Zur Prophylaxe sollten Tierkontakte vermieden und Mückenstichen vorgebeugt werden, etwa durch körperbedeckende Kleidung sowie mit Repellents und Moskitonetzen. Auch sollten nur durchgegartes Fleisch und pasteurisierte Milchprodukte konsumiert werden.

Die Autoren arbeiten für das CRM (Centrum für Reisemedizin)

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