Ärzte Zeitung, 11.02.2004

EU-Behörde warnt vor Epidemie mit Hepatitis-C-Virus

LISSABON (eis). Vor der verborgenen Hepatitis-C-Epidemie warnt das European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) in Lissabon. Ohne verstärkte Präventions-Anstrengungen könnten in den nächsten Jahren Milliarden Euro an Behandlungskosten auf die europäischen Länder zukommen, warnt die EU-Behörde.

Mehr als eine Millionen Menschen in Europa sind bereits mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert, möglicherweise sogar mehrere Millionen, berichtet die EMCDDA. Hauptübertragungsweg in Industrieländern ist heute intravenöser Drogengebrauch, durch den nach Angaben der Behörde 60 bis 90 Prozent aller Neuinfektionen entstehen.

Infizierte können dabei über viele Jahre ohne Symptome bleiben und als Virusträger nicht erkannt werden. "Es ist besser, jetzt ein Screening sowie Präventionskampagnen und Therapie bereitzustellen als zu warten bis die Infizierten chronisch krank werden", so die Behörde.

Schlüsselmaßnahme ist der Kampf gegen intravenösen Drogengebrauch, so die EMCDDA. Dazu müsse aber auch die Hepatitis C als Bedrohung stärker in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Mehr Infos: www.emcdda.eu.int/infopoint/publications/focus.shtml

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