Ärzte Zeitung, 02.08.2004

Kombinationstherapie macht bei Hepatitis C plus HIV Hoffnung

Zwei Studien mit Peginterferon plus Ribavirin belegen Therapiefortschritt

SAN DIEGO/BOSTON (Rö). Für Patienten, die sowohl mit Hepatitis-C-Viren als auch mit HIV infiziert sind, kann die Therapie mit Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin die Prognose verbessern. Denn damit läßt sich bei bis zu knapp der Hälfte der Patienten die Vermehrung der Hepatitis-Viren bremsen.

Zwei Studien, die den Nutzen dieser Therapie belegen, sind jetzt im "New England Journal of Medicine" (351, 2004, 438 und 451) veröffentlicht worden.

In die APRICOT (Aids Pegasys Ribavirin International Coinfection Trial)-Studie wurden 868 Patienten aufgenommen, die mit Hepatitis C und mit HIV infiziert waren. Wie Dr. Francesca J. Torriani von der Universität von Kalifornien in San Diego berichtet (Seite 438), erhielten die Patienten nach Zufallsauswahl eine von drei Therapien: Peginterferon alfa-2a (Pegasys®, 180 µg pro Woche) plus Ribavirin (Copegus®) (800 mg pro Tag) oder Peginterferon alfa-2a plus Placebo oder herkömmliches Interferon alfa-2a (Roferon® A) (drei Millionen Einheiten dreimal pro Woche) plus Ribavirin. Die Patienten wurden 48 Wochen lang behandelt und dann 24 Wochen nachuntersucht.

Primärer Studienendpunkt war eine dauerhafte Unterdrückung der Virusvermehrung. Kriterium war dafür HCV-RNA-Spiegel unter 50 Kopien pro Milliliter Blut nach 72 Wochen.

Ergebnis: Unter diesem Wert blieben mit 40 Prozent (wie bereits kurz berichtet) signifikant mehr der Patienten, die Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin erhalten hatten als bei den beiden anderen Therapien.

Mit der Kombination aus herkömmlichen Interferon alfa-2a plus Ribavirin war die Virusvermehrung nur bei 12 Prozent unterdrückt. Von den Patienten, die nur das neue Interferon erhalten hatten, erreichten 20 Prozent das Studienziel einer dauerhaften Virussuppression.

In eine zweite Studie hat Dr. Raymond Chung vom Massachusetts General Hospital in Boston ebenfalls Patienten mit HCV-HIV-Koinfekt aufgenommen, in diesem Fall waren es 67 Patienten (S. 451). Verglichen wurden hier die Therapie mit Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin und die Therapie mit herkömmlichem Interferon alfa-2a plus dem Virustatikum. Auch hier ergab sich mit 27 Prozent Ansprechen versus 12 Prozent ein Vorteil für das pegylierte Interferon.

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