Ärzte Zeitung, 19.11.2004

Hepatitis-C-Kranke werden kaum älter als 60 Jahre

Lebenserwartung ist um bis zu 18 Jahre reduziert

WIEN (dpa). Eine Hepatitis-C-Infektion reduziert die Lebenserwartung bei Männern im Schnitt um 15, bei Frauen sogar um 18 Jahre. Das geht aus einer Studie hervor, bei der Ärzte in Österreich insgesamt 442 infizierte Patienten 27 Jahren lang beobachtet hatten. Kaum einer der Patienten wurde älter als 60 Jahre.

Die Studie wurde vom Gesundheitsministerium in Wien in Auftrag gegeben.

Gründe für die reduzierte Lebenserwartung, so Dr. Peter Ferenci vom Allgemeinen Krankenhaus Wien, seien eine späte Diagnose und eine unzureichende Therapie. Derzeit werde Hepatitis C meist nur durch Zufall entdeckt, so daß bereits Komplikationen oder gar schon irreparable Schäden vorliegen. Bei etwa 30 Prozent der Patienten sei die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose weit fortgeschritten: Sie hätten eine Zirrhose oder Leberkrebs.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »