Ärzte Zeitung, 10.03.2006

KOMMENTAR

Bessere Prognose bei Hepatitis B

Von Wolfgang Geissel

Unbehandelt bekommt jeder dritte Patient mit chronisch aktiver Hepatitis B (HB) eine Leberzirrhose. Nur bei einem Teil der Patienten läßt sich bisher mit den verfügbaren Medikamenten die chronische Infektion langfristig eindämmen.

Deutlich erhöht werden kann die Rate der Responder offenbar mit dem neuen Nukleosidanalogon Entecavir. So ließ sich in einer 48wöchigen Therapie mit dem antiviralen Präparat zum Beispiel bei 67 Prozent HBe-Antigen-positiver Patienten die Virusmenge im Blut unter die Nachweisgrenze drücken.

Zum Vergleich: Mit der Standardtherapie mit Lamivudin gelang dies nur bei 36 Prozent. Und eine weitere gute Botschaft: Resistente Viren bilden sich unter Entecavir offenbar nur sehr selten. Bei Lamivudin gibt es hingegen schon nach einem Jahr bei 15 Prozent der Patienten Resistenzen, nach vier Jahren bereits bei 70 Prozent.

Trotz dieser Fortschritte ist eine Heilung bei den allermeisten Patienten mit chronischer HB nicht in Sicht. Wird die antivirale Behandlung abgesetzt, dann kommt es meist zum Rückfall. Die wichtigste Botschaft bei Hepatitis B lautet daher auch weiterhin: Es gibt Impfstoffe, mit denen sich eine Infektion wirksam verhindern läßt.

Lesen Sie dazu auch:
Neues Präparat gegen Hepatitis B hat eine hohe antivirale Aktivität

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