Ärzte Zeitung, 28.04.2006

Hepatitis-B-Kranke profitieren von Mittel gegen HIV

BONN (ple). Sprechen Patienten mit einer Hepatitis-B-Virus-Infektion auf Adefovir nicht an, kann ihnen eine Therapie mit dem HIV-Medikament Tenofovir doch noch helfen.

Ursache dafür, daß sich die Virusmenge durch Adefovir nicht verringern läßt, könnte Folge einer Resistenz-Mutation sein. Solche primären Resistenzen gegen Adefovir hat jetzt die Gruppe um Dr. Oliver Schildgen von der Uni Bonn bei drei Patienten entdeckt (NEJM 354, 2006, 1807).

Wurde die Therapie von Adefovir auf Tenofovir umgestellt, sank die Virusmenge bei zwei Patienten von etwa 500 Millionen auf unter 100 Virus-DNA-Moleküle pro Milliliter Blut, bei dem dritten Patienten sogar unter die Nachweisgrenze von 30 DNA-Molekülen pro Milliliter.

Das HIV-Medikament Tenofovir ist nicht zur Therapie bei Hepatitis B zugelassen. In Studien mit HIV-Infizierten, die auch HBV-infiziert sind, konnte jedoch belegt werden, daß sich damit auch HBV in Schach halten läßt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »