Ärzte Zeitung, 02.10.2006

AKTUELLE THERAPIEN, PRÄVENTION UND EPIDEMIOLOGIE VON VIRUS-HEPATITIDEN

Hepatitis-B-Virus. Foto: Sanofi Pasteur MSD

Medikamente halten langfristig Hepatitis-B-Viren in Schach

Ziel der Therapie bei Hepatitis B ist es, die Virus-Replikation langfristig zu unterdrücken, um eine Zirrhose und ein hepatozelluläres Karzinom zu verhindern.

Die Behandlung ist nach Angaben von Privatdozent Thomas Berg von der Charité Berlin bei HBs-Antigen-positiver replikativer, chronischer Hepatitis B mit Viruskonzentrationen über 2000 IU/ml Blut indiziert. Zirrhose-Patienten sollten sogar bei jeder meßbaren Virusmenge behandelt werden (Der Gastroenterologe 2, 2006, 117).

Fünf Wirkstoffe sind in Deutschland zur Therapie erhältlich: Interferon alfa (Intron A®, Roferon® A) und Peginterferon alfa 2a (Pegasys®), die Nukleosidanaloga Lamivudin (Zeffix®) und Entecavir (BaracludeTM) sowie das Nukleotidanalogon Adefovir (Hepsera®).

Von einer stabilen Remission bei Hepatitis B ist nach Angaben von Berg auszugehen bei Viruskonzentrationen unter 1000 oder besser noch unter 100 IU/ml. Bei HBe-Antigen-positiven Patienten gilt zudem die HBe-Ag-Serokonversion (Verlust von HBe-Ag und Nachweis von anti-HBe-Antikörpern) als Zeichen einer Remission.

Durch die Therapie kommen 30 bis 40 Prozent der Patienten in eine stabile Remission. Eine Heilung mit Verlust von HBs-Antigen und Bildung von Anti-HBs-Antikörpern ist bei weniger als fünf Prozent möglich. Problematisch ist, daß das Virus häufig Resistenzen gegen die Virustatika bildet. (eis)

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