Ärzte Zeitung, 19.03.2007

Vakzine verhindert erfolgreich Hepatitis-E-Erkrankungen

95-prozentige Schutzwirkung nach drei Impfungen

KATHMANDU (ner). Eine erste Vakzine gegen Hepatitis E ist erfolgreich getestet worden. Sie könnte künftig für Personen wichtig sein, die in Entwicklungsländer reisen. Das Virus kommt in Südost- und Zentralasien, im Nahen Osten, Nord- und Westafrika sowie in Mittelamerika endemisch vor. Dort könnte die Impfung die erhebliche Krankheitslast reduzieren.

Jeweils knapp 900 gesunde Probanden der nepalesischen Armee haben entweder drei Dosen eines rekombinanten Polypeptid-Impfstoffes oder Placebo erhalten, und zwar in den Monaten 0, 1 und 6. In der Placebo-Gruppe erkrankten innerhalb von durchschnittlich 800 Tagen nach der letzten Impfung 66 Probanden an Hepatitis E, in der Verum-Gruppe drei, berichten Dr. Mrigendra P. Shrestha aus Kathmandu und seine Kollegen im (NEJM 356, 2007, 895).

Daraus errechne sich eine 95-prozentige Schutzwirkung nach drei Impfungen. Offenbar bestehe bereits nach der zweiten Impfung ein gewisser Schutz, so die Ärzte, da im Zeitintervall bis zur dritten Spritze sieben Teilnehmer in der Placebo-Gruppe erkrankten, aber nur einer in der Verum-Gruppe. Ob zwei Impfdosen Hepatitis-E-Ausbrüche verhindern können, sei noch zu überprüfen. Die Verträglichkeit der intramuskulär verabreichten Vakzine unterschied sich kaum von Placebo, abgesehen von Schmerzen an der Injektionsstelle.

Ob subklinische HEV-Infektionen verhindert werden, ist unklar, da in der Studie lediglich klinisch auffällige Teilnehmer auf Virus-RNA getestet worden waren. Darauf weist der US-Infektiologe Dr. Krzysztof Krawczynski von der Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta hin (NEJM 356, 2007, 949). Damit besteht die Möglichkeit, dass Geimpfte das Virus weiter ausscheiden und indirekt übertragen können.

HEV verursacht akute Leberentzündungen, ähnlich der Hepatitis A. Die Mortalitätsrate liegt zwischen 0,1 und 4 Prozent, bei schwangeren Frauen im dritten Trimester jedoch bis zu 25 Prozent. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, meist über kontaminiertes Trinkwasser.

Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 52 HEV-Erkrankungen gemeldet.

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