Ärzte Zeitung, 02.04.2008
 

KONGRESS-NEWS

Viel Hirn - das ist schlecht in der Höhe

Zuviel Hirn begünstigt offenbar eine akute Höhenkrankheit, hat Privatdozent Rainald Fischer aus München zusammen mit Kollegen herausgefunden. "Vermutlich ist bei der Höhenkrankheit das Entscheidende eine Zunahme des Hirnvolumens. Dann reicht die Pufferkapazität der Liquorräume nicht mehr aus, um den Anstieg des Hirnvolumens zu kompensieren", sagte Fischer auf dem Kongress. Ergo: "Wer viel Hirn hat und wenig Liquor, wird eher bergkrank." Damit könne man die Betroffenen wenigstens ein bisschen trösten. (ug)

Kontinuierlich Tests nötig bei Hepatitis B

Der entscheidende Parameter in der Therapie von Patienten mit chronischer Hepatitis B ist die Virus-DNA und nicht die Transaminasen. Daran hat Dr. Markus Cornberg von der Medizinischen Hochschule Hannover erinnert. Steige die Menge der DNA, werde heute eine zweite antivirale Arznei zur ersten gegeben. Unter der Behandlung notwendig ist daher die Kontrolle der Virus-DNA alle drei Monate. "Das ist absolut unverzichtbar", sagte Professor Stefan Zeuzem vom Uniklinikum Frankfurt am Main. Schließlich komme auch niemand auf die Idee, Antihypertensiva zu verordnen, ohne den Blutdruck zu kontrollieren. (hub)

Auszeichnung für Arbeit zur HPV-Impfung

Die Zeitschrift "Medizinische Klinik" - offizielles Organ der DGIM - hat beim Kongress den Preis für die beste Publikation des Jahres 2007 im Bereich Orginalarbeiten verliehen. Ausgezeichnet wurde eine Arbeit in der Zeitschrift (Nr. 102, 2007, 515) von Privatdozent Andreas Kaufmann und Professor Achim Schneider von der Klinik für Gynäkologie der Charité in Berlin. Thema der Publikation ist der Einfluss der HPV-Impfung auf Inzidenz und Mortalität bei Zervixkarzinomen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. (skh)

Präventionspreis für Umfrage bei Schülern

Für seine Arbeit "Unterschätzung der Hepatitis-B-Virusinfektion als Geschlechtskrankheit bei Jugendlichen" ist Privatdozent Dr. Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover mit dem diesjährigen Präventionspreis ausgezeichnet worden. Der Preis von der Stiftung für Innere Medizin ist mit 5000 Euro dotiert.

Wedemeyer hat knapp 1300 Achtklässler aus Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien einen Fragebogen zu Hepatitis B ausfüllen lassen. Dabei zeigte sich, dass die Schüler über Lebererkrankungen und Virusinfektionen nur sehr schlecht informiert waren. Vor allem über den Schutz vor der Hepatitis B und die Folgeschäden dieser Infektion wussten die Achtklässler kaum Bescheid. (ug)

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