Ärzte Zeitung online, 20.08.2008
 

Untersuchungen wegen Hepatitis C im Kreis Altenkirchen angelaufen

ALTENKIRCHEN (dpa). Nachdem ein Hausarzt vor Jahren möglicherweise verunreinigte Spritzen für seine Patienten benutzt hat, sind im Kreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) Blutuntersuchungen auf Hepatitis C angelaufen.

Am Dienstag hätten sich elf Menschen testen lassen - am Mittwoch hätten weitere Bürger die kostenlosen Tests genutzt, sagte ein Sprecher des Kreises Altenkirchen. Der mittlerweile gestorbene Arzt hatte Ende der 1950er bis Anfang der 1980er Jahre in Katzwinkel eine Praxis betrieben. Der Mann soll Spritzen benutzt haben, mit denen er Drogenabhängigen Drogenersatzstoffe verabreicht hatte. In Katzwinkel waren mehrere Patienten mit Hepatitis C aufgefallen.

Die Ergebnisse der jetzt angelaufenen Blutuntersuchungen sollen spätestens nach einer Woche vorliegen, sagte der Sprecher. Mindestens 20 Patienten soll der Arzt über die unsauberen Spritzen mit der Krankheit infiziert haben.

Beweisen lässt sich dieses aber nach Angaben des Kreises schwer, da die Vorgänge Jahre zurückliegen und es keine Patientenunterlagen aus der Praxis mehr gibt. Hepatitis C wird durch Viren hervorgerufen, die die Leber erheblich schädigen können. Die Krankheit kann nach Jahrzehnten zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

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