Ärzte Zeitung online, 06.10.2010
 

Leberkrebs - soweit muss es nicht kommen

Frühe Diagnose kann schwere Erkrankung verhindern / Lebertag am 20. November 2010

KÖLN (eb). Etwa 5000 Menschen in Deutschland müssen jährlich neu mit der Diagnose Leberkrebs (HCC, hepatocelluläres Karzinom) leben. Dabei könnte eine frühzeitige Diagnose einer Lebererkrankung schon zeigen, ob die Gefahr, einen Leberkrebs zu bekommen, erhöht ist. Oft können erhöhte Blutwerte (vor allem der GPT-Wert) einen Hinweis für eine Lebererkrankung geben. Weiterführende Tests können dann helfen, die jeweilige Erkrankung genau zu ermitteln, wie zum Beispiel eine Virushepatitis.

Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden unter einer chronischen Virushepatitis und viele von ihnen wissen es gar nicht, teilen die Deutsche Leberhilfe, die Deutsche Leberstiftung und die Gastro-Liga mit. Denn eine Lebererkrankung verläuft meist schmerzlos. Doch damit ist häufig die Grundlage für eine Krebserkrankung gelegt. Eine Virushepatitis kann chronisch werden und dann für eine Leberzirrhose oder schließlich Leberkrebs verursachen. In Deutschland und Europa sowie in den USA nimmt die Häufigkeit dieser aggressiven Krebsart zu. Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Dabei erkranken Männer zwei- bis dreimal häufiger an dieser Krebsform als Frauen.

Um frühzeitig ein solches Leberzellkrebsrisiko zu erkennen, werden heute Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung zum Beispiel alle sechs Monate mit einer Ultraschalluntersuchung überwacht. Dort kann dann schnell festgestellt werden, ob sich ein Leberzellkrebs entwickelt. In diesem sehr frühen Stadium bestehen die besten Heilungschancen. Denn, wenn der Krebs noch auf die Leber selbst beschränkt und klein genug ist, kann er bekämpft werden.

Die häufigsten Ursachen für Lebererkrankungen sind Infektionen mit Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht. Weniger häufig sind angeborene - genetische - und gegen körpereigene Gewebe gerichtete - automimmune - Lebererkrankungen. Auch die Erkrankungen anderer Organe können die Leber als zentrales Organ systemisch mitschädigen, ebenso die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente. Wichtig ist daher, seine Leberwerte zu kennen, so die drei Organisationen weiter. Der 11. Deutsche Lebertag steht deshalb unter dem Motto: "Wissenswerte Leberwerte". Er findet am 20. November statt und wird von der Deutschen Leberhilfe e.V., der Deutschen Leberstiftung und der Gastro-Liga e.V. ausgerichtet.

www.leberhilfe.org

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