Ärzte Zeitung, 21.07.2011

Polymerasehemmer soll Hepatitis-C-Virus stoppen

Zu den beiden Proteasehemmern Boceprevir und Telaprevir könnten sich bald auch Polymerasehemmer gesellen. Daten zweier Phase-Ib-Studien wurden jetzt publiziert.

BERLIN (hub). Um gegen chronische Hepatitis C weitere Therapieoptionen zu entwickeln - die auch weniger unerwünschte Wirkungen haben - setzen Forscher auch am Nichtstruktur-Protein 5B an. Gegen diese NS5B-Polymerase ist der nichtnukleosidische Hemmstoff Filibuvir gerichtet.

32 Patienten mit einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 wurden in die erste Phase-Ib-Studie einbezogen. Ermittelt werden sollten die antivirale Aktivität, die Sicherheit und die Pharmakokinetik von Filibuvir (Hepatology 2011; 54: 50).

Je sechs der Patienten erhielten unterschiedliche Dosierungen des Polymerasehemmers - von 100 bis 450 mg alle zwölf Stunden und 300 mg alle acht Stunden für acht bis zehn Tage. Eine Gruppe erhielt Placebo. Die Ergebnisse: Es kam zu einem dosisabhängigen Abfall der HCV-Konzentration im Serum. Der Abfall reichte von einer Log-Stufe (100 mg) bis hin zu etwas mehr als zwei Log-Stufen (300 mg alle acht Stunden).

In einer zweiten Phase-Ib-Studie erhielten den NS5B-Hemmer je zehn therapieerfahrene (450 mg zweimal am Tag) und therapienaive HCVPatienten (700 mg zweimal am Tag). Hier erreichten 90 und 80 Prozent der Patienten einen HCV-Abfall um mehr als zwei Log-Stufen. In der ersten Studie lag hier der höchste Wert bei 67 Prozent in der Gruppe mit 300 mg alle acht Stunden.

Filibuvir wurde von allen Patienten in beiden Studien mit allen Dosierungen toleriert. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Blähungen und Fatigue in der ersten Studie und Kopfschmerzen und Dyspepsie in der zweiten Studie.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debatte über Zwang und Zustimmung

Widerspruch oder aktive Zustimmung? Zwei Stunden lang hat der Bundestag am Mittwoch um den richtigen Weg gerungen, mehr Menschen für die Organspende zu gewinnen. mehr »

Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Der aktuelle TK-Gesundheitsreport hat die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Belastung in der Branche ist hoch. mehr »

Mehr Beratung für mehr Organspenden!

Der Bundestag berät heute zwei Initiativen zur Reform der Organspende in Deutschland. Jüngst kam von einem Experten Kritik an einem der Entwürfe: zu teuer. Das ist „unseriös“, kontert eine Parlamentarierin. mehr »