Ärzte Zeitung online, 16.12.2008

Neuer Test auf Herpesviren

ERLANGEN-NÜRNBERG (eb). Wissenschaftler vom Virologischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg haben einen Test entwickelt, mit dem man ein Herpesvirus nachweisen kann, das als Auslöser des Kaposi-Sarkoms gilt. Mit Unterstützung der Bayerischen Patentallianz GmbH konnte die Universität Erlangen-Nürnberg das Patent jetzt an das amerikanische Biotechnologieunternehmen Epiphany Biosciences übertragen.

Das Protein, das die Forscher um den Virologen Privatdozent Frank Neipel entdeckten, ist ein Bestandteil des Humanen Herpesvirus 8 (HHV-8). Fast alle Patienten, die an einem Kaposi-Sarkom erkranken, sind mit diesem Herpesvirus infiziert. Das Sarkom kommt häufig bei Menschen vor, die Aids haben.

"Das menschliche Immunsystem reagiert sehr sensibel auf das Protein und bildet Antikörper dagegen", so Neipel in einer Mitteilung der Uni. "Wenn wir dieses Protein beziehungsweise die Antikörper im Blut nachweisen, sind wir in der Lage, sehr genau zu sagen, ob der Patient mit dem HHV-8 Virus infiziert ist und am Kaposi-Sarkom erkranken könnte oder schon erkrankt ist."

Die Entdeckung der Erlanger Forscher könnte dazu beitragen, Therapien gegen die Virusinfektion oder sogar das Kaposi-Sarkom zu finden. Denkbar ist auch, Blut- und Organspenden zum Schutz der Empfänger auf das Herpesvirus zu testen.

Die Bayerische Patentallianz GmbH bewertet und vermarktet Erfindungen von mehr als 16 000 Wissenschaftlern in Bayern. Sie zählt zu den größten und erfolgreichsten Patent- und Vermarktungsagenturen in Deutschland.

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