Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Gürtelrose erhöht das GBS-Risiko um das 20-fache

Herpes-Zoster-Infektion triggert GBS

TAIPEH (hub). Infektionskrankheiten können ein Guillain-Barré.Syndrom (GBS) verursachen. Das hat eine Studie mit Gürtelrose-Patienten bestätigt.

Herpes-Zoster-Infektion triggert GBS

Bläschen bei Herpes zoster: die Erkrankung erhöht das GBS-Risiko offenbar um das 20-fache.

© Schauerte

In der Studie haben Forscher aus Taiwan nach dem Zusammenhang von GBS und Herpes-Zoster-Infektionen (Clin Inf Dis 2010; 51: 525) geschaut.

Sie werteten die Daten einer Populationsstudie aus. Verglichen wurden fast 316 000 Patienten mit Herpes Zoster mit fast 950 000 passenden Kontrollpersonen ohne die Infektion.

Innerhalb der zweimonatigen Beobachtungszeit entwickelten insgesamt 92 Menschen ein GBS, was einem Anteil von 0,01 Prozent entspricht. Dabei stammten 78 GBS-Patienten aus der Zoster-Gruppe und 14 aus der Kontrollgruppe.

Das entspricht GBS-Raten von 0,025 versus 0,001 Prozent. Die Autoren drücken diese Zahlen auch anders aus: Eine Gürtelrose erhöht das GBS-Risiko fast um das 20-fache.

Eine Mobilisierung des Immunsystems kann also ein GBS triggern. Das ist bei einer autoimmun bedingten Erkrankung wie GBS nur plausibel.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Infektionen sind's, nicht Impfungen

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