Ärzte Zeitung, 18.01.2011

Impfung gegen Herpes zoster hat sich in den USA bewährt

In Deutschland erkranken jedes Jahr 300.000 bis 400.000 Menschen an einer Gürtelrose. Zwei Drittel davon sind älter als 50 Jahre. Mit einem in den USA bereits verfügbaren Impfstoff ließe sich die Erkrankungsrate deutlich senken.

Von Michael Hubert

Impfung gegen Herpes zoster hat sich in den USA bewährt

Typischer Befund eines Herpes zoster auf der Stirn einer älteren Patientin. Eine Impfung könnte das Erkrankungsrisiko mindern.

© Schauerte

PASADENA. Größter Risikofaktor für eine Erkrankung durch Herpes zoster ist das Alter: Bei über 85-Jährigen liegt das Risiko bei rund 50 Prozent. Insgesamt betrachtet erleidet jeder dritte Mensch zumindest einmal im Leben eine Gürtelrose.

Abhilfe könnte eine Impfung gegen das auslösende Zoster-Virus bringen. Hierzu liegen aus den USA bereits viel versprechende Ergebnisse vor.

In einer aktuelle US-Kohortenstudie mit über 60-jährigen Teilnehmern wurden hohe Schutzrate erreicht. Verglichen wurden die Daten von rund 76.000 Geimpften mit jenen von rund 230.000 nicht geimpften Kontrollpersonen aus einem dreijährigen Beobachtungszeitraum.

In der Impf-Kohorte lag die Erkrankungsrate bei 6,4 pro 1000 Personenjahren (PJ), in der Kontroll-Kohorte bei 13 pro 1000 PJ (2011; 305: 160).

In der adjustierten Analyse errechneten die US-Epidemiologen eine Reduktion des Gürtelrosen-Risikos durch die Zoster-Impfung von 55 Prozent. Diese Risikoreduktion galt für alle Altersgruppen und auch für Personen mit chronischen Erkrankungen.

Beim gefährlichen Herpes zoster im Auge war die Erkrankungsrate in der Impfgruppe 63 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe. Das Risiko einer durch Zoster bedingten Klinikeinweisung lag in der Impfgruppe 65 Prozent unter dem in der Kontrollgruppe.

In Deutschland ist der Impfstoff bisher nicht verfügbar. Potenzielle Impfzielgruppen wären außer den über 60-Jährigen auch Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unter immunsuppressiver Therapie und Diabetiker.

Auch bei ihnen ist das Zosterrisiko erhöht. Wann die Vakzine auch bei uns auf den Markt kommt, ist noch unklar.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »