Ärzte Zeitung online, 29.06.2016

Bundesminister

Strengere Regeln für Tätowierer gefordert

BERLIN. Tätowierungen in Deutschland sollen sicherer werden. Der für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständige Bundesminister Christian Schmidt (CSU) gab am Mittwoch in Berlin den Startschuss für die Informationskampagne "Safer Tattoo".

Mit einer besseren Aufklärung der Verbraucher und strengeren Vorschriften für die Tätowierer wolle er dafür sorgen, dass "der Traum vom Tattoo nicht zum Albtraum wird".

Schätzungen zufolge sind in Deutschland acht bis zehn Millionen Menschen tätowiert - Tendenz steigend.

Auf der neuen Website www.safer-tattoo.de klärt das Ministerium über gesundheitliche Risiken und mögliche Schutzmaßnahmen auf. Darüber hinaus möchte Schmidt die Regeln für Tätowierer verschärfen. So will er sich für die Einführung von Befähigungsnachweisen stark machen.

"Wer dem anderen unter die Haut geht, muss selbst genau wissen, wie er das tut", sagte der Minister. Bislang kann jeder ein Tattoo-Studio eröffnen, ohne sein Können nachweisen zu müssen.

Zusätzlich plant Schmidt europaweit einheitliche Standards für Hygienevorschriften und die verwendeten Chemikalien. Einige Tattoo-Farben stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[29.06.2016, 18:04:07]
Stefan Graf 
längst überfällig
Bei der Fußball-EM präsentieren wieder massenhaft großflächig tätowierte Profisportler einem Milliardenpublikum ihre "Häute" - bei Olympia wird es ähnlich sein. Sportler gelten in Sache Gesundheit als Vorbilder. Für mich ist es unerklärlich, dass sich Profisportvereine um so ziemlich alles kümmern, um die Arbeitskraft - sprich Gesundheit- und Leistungsfähigkeit - ihrer Athleten zu erhalten, aber über die von Tätowierungen ausgehenden potenziellen Gefahren (cancerogene PAKs, Azopigmente, Schwermetalle u.a.) scheint sich niemand Gedanken zu machen. Bunt, in allen Tattoofarben schillernde Lymphknoten sollten genug Grund zur Sorge sein. In der Haut verbleiben die Pigmante nicht. Der aktuelle DFB-Tross bei der EM in Frankreich umfasst eine riesige medizinische Abteilung mit vier Ärzten, mehrenen Physiotherapeuten, Fitnesstrainern Psychologen Ernährungsberatern, eigenem Koch. An jede Kleinigkeit ist gedacht - nur an die auffälligste Gefahr denkt offenbar niemand.
Dr. Stefan Graf - Berlin zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »