Ärzte Zeitung, 15.09.2005

Adjuvans stärkt Grippeschutz alter Menschen

Höhere Schutzraten durch speziellen Impfstoff für über 65jährige / Studie in italienischen Altenheimen

MÜNCHEN (wst). Ältere Menschen sind in hohem Maße durch Influenza-Komplikationen bedroht. Und gerade sie sprechen oft unzureichend auf eine Grippe-Impfung an. Mit dem Adjuvans-verstärkten Impfstoff Fluad®, der speziell für über 65jährige zugelassen ist, läßt sich der Impferfolg verbessern. Belege dafür gibt es jetzt aus einer Studie in Norditalien.

Alle Menschen über 60 Jahre sowie chronisch Kranke und Menschen mit beruflichen Risiken sollten jetzt gegen Influenza geimpft werden. Foto: klaro

Wegen des im Alter schwächer werdenden Immunsystems erkranken ältere Menschen häufiger, schwerer und komplikationsreicher an einer Influenza als jüngere Menschen. Daran hat Dr. Martina Wessling vom Unternehmen Chiron Vaccines Behring aus Marburg erinnert.

Nach ihren Angaben treten etwa 90 Prozent aller Todesfälle durch Influenza bei den über 65jährigen auf. Ältere Menschen brauchen daher einen wirksamen Grippeschutz, betonte Wessling bei einer Veranstaltung des Impfstoffherstellers in München.

Impfstoffe sind jedoch wegen der geschwächten Abwehrkräfte bei älteren Menschen weniger wirksam als bei jüngeren, weshalb zum Beispiel auch die Antikörper-Konzentrationen bei ihnen nach einer Impfung deutlich niedriger sind. Die Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe wird deshalb bei den über 65jährigen auf nur etwa 60 Prozent geschätzt, im Vergleich zu 80 Prozent bei jüngeren Menschen.

Daß ältere Menschen von dem adjuvierten Impfstoff profitieren, der die Immunantwort verstärken kann, hat jetzt die Studie aus Norditalien ergeben (Epidemiol Infect 133, 2005, 4687). In 25 Altenheimen der Provinzen Udine und Pordenone waren knapp 3000 Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren je etwa zur Hälfte mit einem herkömmlichen Grippeimpfstoff oder Fluad®, der das Adjuvans MF59 enthält, geschützt worden.

Die Wirksamkeit der Impfung wurde im Verlauf der folgenden Grippesaison erhoben. Dabei seien in der Gruppe mit dem herkömmlichen Impfstoff etwa 26 Prozent der alten Menschen an einer klinisch diagnostizierten Influenza erkrankt, so Wessling. In der Gruppe mit dem adjuvierten Impfstoff seien es dagegen nur 19 Prozent gewesen.

Die Häufigkeit von Influenza bei den Impflingen wurde in der Studie mit der Erkrankungshäufigkeit bei ungeimpften Personen gleichen Alters verglichen. Danach habe sich für den herkömmlichen Impfstoff eine Schutzwirkung von 57 Prozent und für den adjuvierten Impfstoff eine von 80 Prozent ergeben, so Wessling.

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