Ärzte Zeitung, 30.11.2005

Beim Hepatitis-Schutz hören Patienten vor allem auf ihre Ärzte

Umfrage deckt Impflücken und Wissensdefizite auf

BERLIN (eis). Bei der Hepatitis-B- Prävention haben Hausärzte eine Schlüsselrolle, betont das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Eine Umfrage des RKI hat jetzt große Wissensdefizite und Impflücken bei Hepatitis B in der Bevölkerung ergeben.

An der repräsentativen Telefon-Umfrage hatten 412 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen aus ganz Deutschland teilgenommen(Epi Bull 46, 2005, 429). Bei 93 war eine Impfung indiziert (wegen Leber- oder Nierenleiden, beruflicher Risiken oder Reisen in Endemiegebiete), etwa 60 Prozent davon waren geimpft. Mit 22 Prozent war die Impfrate bei Nieren- oder Leberkranken besonders niedrig.

Große Wissensdefizite gab es bei den Übertragungswegen. So wußten über 40 Prozent der Befragten nicht, daß ungeschützter Geschlechtsverkehr ein Infektionsrisiko ist. Dies ist ein Ansatz für die Aufklärung, so das RKI: Denn von den Personen, die den sexuellen Übertragungsweg kannten, waren besonders viele geschützt. Über 70 Prozent der ungeimpften Personen aus Risikogruppen "würden sich impfen lassen, wenn ihnen ihr Hausarzt dazu riete", hat die Umfrage zudem ergeben.

Professor Wolfgang Jilg von der Ständigen Impfkommission apelliert daher an Ärzte, Patienten noch mehr als bisher auf Infektionsrisiken hinzuweisen und nach den Empfehlungen zu impfen. "Das größte Problem sind Jugendliche", sagte Jilg zur "Ärzte Zeitung".

Nach Schätzungen hätten nur 30 bis 40 Prozent der 15- bis 17jährigen den Hepatitis-B- Schutz. "Jeder Kontakt mit einem Jugendlichen sollte für Impfungen genutzt werden", betont Jilg. Chronische Hepatitis B ist ein Risikofaktor für Zirrhose und Krebs.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

CharityAward für Zahnarzt im Waschsalon

Mit dem CharityAward zeichnet Springer Medizin Engagement von Menschen aus, die sich ehrenamtlich um hilfsbedürftige Menschen kümmern. Die diesjährigen Preisträger sind nun gekürt worden. mehr »