Ärzte Zeitung, 20.07.2006

Den Rat zur Pneumokokken-Impfung nehmen alte Menschen meist gern an

Emnid-Umfrage: Nur jeder fünfte über 60 Jahre ist geimpft 

NEU-ISENBURG (eis). Ältere Patienten sollten ruhig öfter auf die Pneumokokken-Impfung angesprochen werden. Mehr als zwei Drittel von über 60jährigen gaben in einer Umfrage an, daß sie sich auf Rat ihres Arztes gegen die Erreger impfen lassen würden. Nur jeder fünfte davon war dagegen geimpft.

Professor Peter Wutzler aus Jena impft eine 87jährige. Die Grippe-Impfsaison ist eine gute Gelegenheit, auch den Pneumokokken-Schutz anzubieten. Foto: dpa

Im Jahr 2005 hatte das Emnid-Institut im Auftrag von Sanofi Pasteur MSD 973 Männer und Frauen im Alter ab 60 Jahre zur Pneumokokken-Impfung befragt. Zum Vergleich wurde eine ähnliche Umfrage aus dem Jahr 2000 herangezogen.

Die Pneumokokken-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission für alle Menschen im Alter ab 60 Jahre sowie für chronisch Kranke etwa mit Diabetes, Herzkreislauf- oder Lungenkrankheiten empfohlen. Die Empfehlung ist aber nicht ausreichend bekannt: Nur 50 Prozent der Befragten wußten, daß es den Schutz gegen schwere Lungenentzündungen durch Pneumokokken überhaupt gibt. Vor fünf Jahren waren es allerdings nur 38 Prozent gewesen.

Die Impfraten gegen Pneumokokken haben sich in den vergangenen Jahren verbessert, sind aber weiterhin unbefriedigend. So gaben 21 Prozent Prozent der aktuell Befragten an, gegen die Erreger geimpft zu sein. Vor fünf Jahren waren es nur acht Prozent gewesen.

Die Impfung war dabei häufiger als vor fünf Jahren vom Arzt initiiert worden: 63 Prozent gaben jetzt an, daß sie sich auf Rat ihres Arztes gegen Pneumokokken haben impfen lassen. Vor fünf Jahren waren es nur 52 Prozent gewesen. Mit der Entscheidung zur Impfung waren die meisten Geimpften zufrieden. 95 Prozent wollen den Booster nach sechs Jahren wahrnehmen.

Von den Menschen ohne Impfung gaben 68 Prozent an, sich auf ärztlichen Rat hin impfen zu lassen. Als Gründe für eine Ablehnung wurden genannt: Angst vor Impfreaktionen (63 Prozent), fehlende Informationen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit (54 Prozent), Glaube, nicht an Pneumonie zu erkranken (33 Prozent).

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