Ärzte Zeitung, 14.09.2006

Zur Grippesaison soll es genug Impfstoff geben

BERLIN (grue). Die Auslieferung des Influenza-Impfstoffs verzögert sich dieses Jahr um einige Wochen (wir berichteten). Rechtzeitig vor Beginn der Grippe-Saison soll es aber genügend Impfstoff geben.

Bis Mitte Dezember werden jetzt nach und nach etwa 25 Millionen Dosen Influenza-Vakzine freigegeben, so Dr. Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen. Damit gebe es voraussichtlich genug Impfstoff für alle, die den Schutz wünschen, sagte er bei einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Berlin.

Nach seinen Angaben bezahlt die GKV inzwischen allen ihren Mitgliedern die Grippeimpfung. Zuerst sollten aber Menschen mit erhöhtem Risiko für Infektionen und Komplikationen geimpft werden: über 60jährige, chronisch Kranke, Menschen in medizinischen Berufen und Menschen in Berufen mit viel Publikumsverkehr wie Lehrer oder Polizisten. Den Risikogruppen werden in Deutschland 27,5 Millionen Menschen zugerechnet.

Im kommenden Winter werde es wahrscheinlich überwiegend Infektionen mit Influenza-A-Viren geben, denn diese wurden seit Jahresbeginn immer häufiger in Proben nachgewiesen, sagte Pfleiderer. Im vorigen Jahr überwogen dagegen Influenza-B-Infektionen, und es erkrankten insgesamt weniger Menschen an Grippe als in früheren Jahren.

Nach Angaben der AGI wurden wegen der Grippe im vergangenen Winter 860 000 zusätzliche Arztbesuche und 5500 zusätzliche Klinikaufenthalte registriert. In der Saison 2004/2005 seien es fünfmal mehr gewesen.

Informationen zur AGI und zur Aktivität von Grippe-Viren im Winter unter http://influenza.rki.de/

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