Ärzte Zeitung, 23.01.2007

Viel weniger Hepatitis B bei Kindern durch Schutzimpfungen

Nur jeder 20. neu Infizierte ist unter 18 Jahre alt / Impfraten stark verbessert

BERLIN (eis). Das Engagement impfender Kollegen trägt Früchte: Die Zahl der an Hepatitis B erkrankten Kinder und Jugendlichen ist in Deutschland stark gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) führt dies auf die seit 1995 generell empfohlene Kinder-Impfung zurück.

Immer mehr Kinder haben Hepatitis-B-Schutz
Anteil der gegen Hepatitis B geimpften Kinder bei der Einschulung
Besonders Kombi-Impfstoffe helfen, die Impfraten zu verbessern.

Die Zahl der Hepatitis-B-Patienten ist in Deutschland rückläufig. So wurden 2001 an das RKI insgesamt 2864 Patienten gemeldet, im Jahr 2005 waren es 2569 (Epi Bull 46, 2006, 399). Besonders stark verringert hat sich dabei der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Hepatitis B. So war zwischen 1996 und 2001 im Mittel fast jeder fünfte gemeldete Hepatitis-B-Patient unter 18 Jahre alt (18 Prozent), 2005 war es hingegen nur noch knapp jeder zwanzigste (4,7 Prozent).

Gleichzeitig sind die Impfraten bei Kindern stark gestiegen. So waren 1997 bis 1999 nur 26 Prozent der Schulanfänger komplett gegen Hepatitis B geimpft. 2005 waren es hingegen 86 Prozent. Die Fortschritte seien wesentlich durch Kombinationsimpfstoffe erzielt worden, so das RKI.

Das RKI appelliert an Ärzte, die Impfung noch besser als bisher zu nutzen. Besonders bei Jugendlichen gibt es noch große Impflücken. Da Hepatitis B vor allem bei Sexualkontakten übertragen wird, haben sie ein erhöhtes Infektionsrisiko. Und versäumen Jugendliche die Hepatitis-B-Impfung, müssen sie den Schutz als Erwachsene später selbst bezahlen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »