Ärzte Zeitung, 23.11.2007
 

Impfung gegen Hypertonie rückt näher

Daten aus Phase-II-Studie

ORLANDO (Rö). Alle paar Monate eine Impfung statt täglich eine Tablette - diese Vision rückt für Hypertoniker näher an die Realität. Denn beim US-Herz-Kongress in Orlando wurden, wie bereits vor kurzem berichtet, vielversprechende Ergebnisse einer Phase-II-Studie zu einer Impfung gegen Hypertonie vorgestellt.

Bei Kontrollen des Blutdrucks 14 Wochen nach Therapiestart waren die mittleren Blutdruckwerte am Tag mit der Impfung signifikant niedriger als mit Placebo. Der systolische Blutdruck wurde im Schnitt um 6 mmHg gesenkt und der diastolische Blutdruck im Schnitt um 3 mmHg.

Besonders stark war die Blutdrucksenkung in den frühen Morgenstunden, einer Zeit, in der gehäuft kardiovaskuläre Komplikationen auftreten. Zwischen fünf Uhr und acht Uhr morgens wurde der Blutdruck systolisch um 25 mmHg und diastolisch um 13 mmHg gesenkt.

Unerwünschte Wirkungen kamen bei den beiden getesteten Dosierungen so häufig wie bei Placebo vor. Die unerwünschten Wirkungen waren im Wesentlichen eine Folge der Impfinjektion.

An der Placebo-kontrollierten Studie von Dr. Jürg Nussberger von der Uniklinik Lausanne in der Schweiz hatten 72 Hypertoniker mit milder bis moderater Hypertonie teilgenommen. Durch die Hypertonie- Impfung wurde eine Antikörperantwort gegen Angiotensin-II hervorgerufen. Die Wirksamkeit hielt im Schnitt 24 Monate an.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »