Ärzte Zeitung, 14.12.2007

Grippe- und Auffrischimpfungen lassen sich gut kombinieren

Influenza-Impftermin eignet sich für Tetanus-, Diphtherie- und Pertussis-Booster

HALIFAX (eis). Beim jährlichen Grippe-Impftermin können gesunde Erwachsene gleichzeitig mit einem Kombi-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis geschützt werden. Kanadische Forscher haben jetzt belegt, dass das simultane Impfen sicher und wirksam ist.

Grippe-Impfung in den einen Arm, Auffrischimpfungen in den anderen: das schließt Impflücken.

Foto: dpa

Vielen Erwachsenen in Deutschland fehlt die alle zehn Jahre nötige Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie. Gegen Pertussis sollten zudem alle Menschen mit Kontakt zu Babys geimpft sein. Der Schutz gegen die Krankheiten lässt sich beim Grippe-Impftermin gut nachholen.

Dass die Impfungen simultan ohne wesentliche Abstriche bei Wirksamkeit und Verträglichkeit möglich sind, haben Dr. Shelly A. McNeil von der Dalhousie University in Halifax und ihre Kollegen belegt (Vaccine 25, 2007, 3464).

Sie haben 720 gesunde Erwachsene (19 bis 64 Jahre alt) mit einer trivalenten Grippe-Vakzine und mit einem Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Impfstoff (TdaP) geimpft, und zwar entweder gleichzeitig in je einen Arm oder nacheinander im Abstand von vier bis sechs Wochen.

Ergebnis: Die Antikörper-Titer sowohl gegen die Influenza- als auch gegen die Tetanus- und Diphtherie-Komponenten waren in beiden Gruppen ähnlich. Etwas geringer war bei simultaner Impfung die Immunogenität der Pertussis-Komponenten.

Systemische Impfreaktionen wie Kopfweh waren in beiden Gruppen ähnlich häufig. Lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Injektionsstelle gab es bei gleichzeitiger Impfung etwas häufiger als bei sequenzieller Impfung (67 vs. 61 Prozent). Schwere Impfreaktionen traten nicht auf.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »