Ärzte Zeitung, 01.02.2009

Deutschland exportiert weiter kräftig Masern

NEU-ISENBURG (mut). Deutschland zählt weiterhin zu den Ländern in Europa mit den meisten Masernkranken - und damit zu den Hauptmasern-Exporteuren.

Im Jahr 2008 wurden 915 Erkrankungen gemeldet - das sind fast doppelt so viele wie 2007 (529 Kranke) aber immerhin weniger als 2006 (2282 Kranke), berichten die Impfkontrollorganisation EUVAC sowie der Informationsdienst "Impfbrief".

Alarm schlagen deswegen aber nicht deutsche, sondern US-Behörden: In den USA gab es 2008 die meisten Masernkranken seit über zehn Jahren. Im ersten Halbjahr 2008 erkrankten dort 131 Menschen. Im Vergleich mit Deutschland ist diese Zahl zwar niedrig, normalerweise liegt sie in den USA aber bei etwa 50 Erkrankungen pro Jahr.

Ein Großteil des Anstiegs führt die US-Behörde CDC auf den Import aus Europa zurück - also aus Ländern wie Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Rumänien und Italien. Aus diesen fünf Ländern stammen nach Daten einer aktuellen Lancet-Studie (373, 2009, 383) etwa 85 Prozent aller europäischen Masernkranken.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Hurra, wir retten die Masernviren!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »