Ärzte Zeitung online, 30.06.2009

Erweiterter Impfschutz für Asien-Reisende

Erstmals ist in Deutschland ein gut verträglicher Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis verfügbar. Experten diskutieren jetzt über neue Empfehlungen für Reisende.

Von Petra Eiden

Nach Thailand, Bali, Vietnam? Gut geimpft fährt es sich unbeschwert in den Urlaub.

Foto: Franz Pfluegl©www.fotolia.de

Die Erreger der Japanischen Enzephalitis (JE) werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Verbreitungsgebiete sind Südostasien, Japan, Korea, Chinas Osten und Indien. Die Erkrankung heilt nach den Ergebnissen einer EU-Studie nur bei 33 Prozent der Betroffenen ab. 48 Prozent bekommen Folgeschäden und 19 Prozent sterben daran, hat Dr. Klaus-Jörg Volkmer vom CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf berichtet.

Die bisher verfügbaren Impfstoffe werden häufig schlecht vertragen und sind in Deutschland auch nicht zugelassen. Sie wurden daher nur sehr eingeschränkt eingesetzt. Der neue Impfstoff IXIARO® ist nach den Zulassungsstudien wesentlich besser verträglich. Experten diskutieren daher nun, wem sie künftig die Impfung empfehlen sollen.

Das CRM rät Reisenden mit Expositionsrisiko in Endemiegebieten zum Schutz, speziell, wenn Aufenthalte in ländlichen Regionen geplant sind, sagte Volkmer auf einem Symposium des Auswärtigen Amtes in Berlin. Das Risiko ist dabei besonders hoch, wenn sich Menschen abends und nachts draußen aufhalten.

Jeder fünfte Patient mit Japanischer Enzephalitis stirbt.

Eine internationale Expertengruppe empfiehlt, Reisende in Endemiegebiete zumindest über Risiken der JE aufzuklären (MMW 151, 2009, 25). Die Gruppe rät Reisenden zur Impfung, die sich beruflich längere Zeit in Endemiegebieten aufhalten (Langzeitaufenthalte oder häufig wiederholte Aufenthalte) oder eine (Trekking)-Reise in ländliche Regionen planen, oder auch, wenn die Reisenden maximalen Schutz wünschen.

Bei anderen Reisenden sollte die Impfung den Experten zufolge erwogen werden, wenn Aufenthalte in der Übertragungssaison geplant sind oder bei erhöhtem Komplikationsrisiko wie Alter über 50 oder unter 10 Jahren oder auch chronische Krankheiten oder Schwangerschaft.

Der Meinungsfindungsprozess zu den Impfempfehlungen werde erst in ein bis zwei Jahren abgeschlossen sein, schätzt Volkmer. Ein Problem ist, dass es bisher noch keinen Kinderimpfstoff gibt. Dieser soll erst in etwa zwei Jahren kommen.

www.crm.de unter Kostenerstattung

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