Ärzte Zeitung, 27.01.2010

Kommentar

Mehr Engagement gegen Windpocken!

Von Wolfgang Geissel

"In meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Arzt habe ich noch nie eine schwere Komplikation bei Windpocken gesehen." Solche Erfahrungen haben viele Kollegen gemacht, und einige zweifeln den Nutzen der Impfung an. Fakt ist jedoch, dass Familien mit kleinen Kindern durch Varizellen über Wochen schwer belastet werden können.

Besonders gefährlich, zum Teil sogar lebensgefährlich ist die Infektion zudem für Schwangere und ungeborene Kinder sowie für Hochrisikopatienten etwa mit Krebs oder Immunschwäche. Es gibt daher viele gute Gründe, Kinder mit den empfohlenen zwei Impfungen gegen Windpocken zu schützen.

Haben Kinder Windpocken, dann ist ihnen selbstverständlich der Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen verboten. Darauf sind die Eltern hinzuweisen. Und gibt es irgendwo einen Ausbruch, dann bietet eine zweite Impfung wahrscheinlich noch einen Schutz. Als Anlass für eine solche postexpositionelle Impfung definieren Impfärzte aus Sachsen: Aufenthalt mit einer infektiösen Person über mehr als eine Stunde in einem Raum oder enger Kontakt mit einem solchen Menschen mit Berühren (Händeschütteln!) oder ein Erkrankter in der Familie, der Klasse oder der Gemeinschaftseinrichtung.

Lesen Sie dazu auch:
Windpocken: Immer wieder Ausbrüche, weil Schutz fehlt

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