Ärzte Zeitung, 18.02.2011

2. Nationale Impfkonferenz

Ausbrüche weisen auf große Impflücken bei Asylbewerbern hin

STUTTGART (eis). Vergangenes Jahr hat es in Deutschland mehrfach Ausbrüche von Krankheiten, gegen die geimpft werden kann, in Asylbewerber-Unterkünften gegeben.

Dr. Günter Pfaff vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg erinnert an die ethische Pflicht, bei Migranten zeitnah nach ihrer Ankunft auf einen guten Impfstatus hinzuwirken.

Vergangenes Jahr gab es sowohl einen Varizellenausbruch in einem Heim in München als auch Masernausbrüche in Unterkünften in Neumünster und Karlsruhe, wie Pfaff bei der 2. Nationalen Impfkonferenz berichtet hat. Schließlich sei auch Hepatitis A vermehrt bei Flüchtlingen aus Afghanistan aufgetreten.

Das verdeutlicht: Bei erst kürzlich in Deutschland angekommenen Menschen ist der Impfschutz lückenhaft. Das ergaben auch Titerkontrollen bei 386 jugendlichen und erwachsenen Asylbewerbern anlässlich des Masernausbruchs in Karlsruhe.

Jeder Fünfte von ihnen habe keine schützenden Antikörpertiter zum Beispiel gegen Mumps oder Röteln gehabt, berichtete Pfaff. Die Gesundheitsbehörden müssten hier die Schutzimpfungen sicherstellen.

Impflücken müssten zeitnah nach Einreise geschlossen werden. Hierzu gehöre auch die Unterstützung der Impfaufklärung durch fremdsprachige Beratung.

Lesen Sie dazu auch:
Nur dringende Impfungen bei Schwangeren!
Pipeline der Impfstoffhersteller ist gefüllt
Ausbrüche weisen auf große Impflücken bei Asylbewerbern hin
Impfen senkt Prävalenz von Pertussis im Ländle
Influenza-Komplikationen bei Kindern im Visier
Masernausbruch nach Jugendtreffen in Taizé
Unterricht zu Impfungen motiviert Jugendliche

Weitere Infos im Web:
Abstractband des 2. Nationalen Impfkongresses

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »