Ärzte Zeitung, 16.05.2011

Impflücken bei vier von fünf Jugendlichen

NEU-ISENBURG (eis). Jugendliche in Deutschland haben besonders große Impflücken. Das bestätigen Untersuchungen in Sachsen-Anhalt und NRW.

Impflücken bei vier von fünf Jugendlichen

Nur 56 Prozent der Mädchen waren in der Untersuchung gegen HPV geimpft.

© photos.comPlus

In Bitterfeld-Wolfen haben Martina Kolbe und ihre Kollegen von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V. bei knapp 400 Berufsschülern den Impfstatus überprüft.

Dabei ergab sich besonders großer Impfbedarf gegen Pertussis, berichtet der "Impfbrief online (www.impfbrief.de).

75 Prozent waren gegen Tetanus und Diphtherie geimpft

83 Prozent der Schüler waren zwar komplett grundimmunisiert, aber nur 7,5 Prozent hatten die zwei Auffrischungen erhalten, die von der Ständigen Impfkommission bis zum 18. Geburtstag empfohlen werden.

Gegen Tetanus und Diphtherie waren 75 Prozent altersgerecht geimpft. Die HPV-Impfung hatten 56 Prozent der 15- bis 18-jährigen Mädchen erhalten.

Beachtlich war hingegen der Impfschutz gegen Masern: 96 Prozent hatten bis zum 2. Geburtstag die Masernimpfung erhalten.

Angst vor Nebenwirkungen kein Grund

Auch Impfpasskontrollen von knapp 900 Schülern in einem Berufskolleg in Essen ergaben in einer Untersuchung von Dr. Hedwig Roggendorf und ihren Kollegen große Lücken. 78 Prozent der Schüler hatten akuten Impfbedarf, vor allem gegen Pertussis, Diphtherie und Tetanus. Gegen HPV waren nur etwa 20 bis 30 Prozent der Mädchen geimpft.

Nicht Impfskepsis und Angst vor Nebenwirkungen gaben die Jugendlichen als Gründe für den lückenhaften Impfstatus an, sondern mangelnde Recall-Systeme und Vor-Ort-Impfangebote.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Mehr Handhygiene in Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfekte bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »